Die Wiener Performancegruppe toxic dreams war in Sachen "neuer" Theaterformate schon immer für Überraschungen gut. Jetzt, gegen Ende ihres "Politischen Zyklus", spielt Regisseur Yosi Wanunu den Zuschauern den Ball zu. Publikumspartizipation ist gefragt, und die konkrete Frage lautet: What do you really want?

Formen sozialer Teilhabe spielen sich heute mehr im virtuellen Raum ab. Im Brut-Künstlerhaus aber warten vierzig echte, mit Mikrofon ausgestattete Stühle auf ein aktives Publikum. Dieses hielt sich bei der Premiere am Donnerstag einigermaßen zurück.

Moderiert von Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn (heute Samstag: von Gestalttherapeutin Nancy Amendt-Lyon), machte der viereckige Sesselkreis einen weiten Bogen um die gestellte Frage. Was will ich wirklich? Die Frage ist für eine derartige Öffentlichkeit einerseits womöglich zu intim, andererseits aber auch zu weitreichend gedacht.

Einmal wurde darauf ironisch mit "Porridge" reagiert, ein andermal versuchte jemand mit mäßigem Erfolg, die Runde geschlossen zu Wortmeldungen zu bewegen. Teilnahme verlangt sichtlich nach mehr Struktur; sie funktioniert nicht auf Knopfdruck. (afze, DER STANDARD, 19.10.2013)