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Gesunkene Realeinkommen und die unsichere Wirtschaftslage lassen die Sparschweine hungern.

Foto: APA/Kneffel

Die Österreicher sparen derzeit deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Das geht aus der aktuellen Studie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zum Finanzverhalten österreichischer Haushalte hervor. Demnach liegt die Sparquote in Österreich derzeit bei 5,2 Prozent, der langjährige Durchschnitt pendelt um die zehn Prozent. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet die OeNB aber mit einer Quote von um die sieben Prozent.

Leicht gesunkene Realeinkommen führen laut OeNB dazu, dass die Österreicher zwar konstant in Sachanlagen, Immobilien oder Wertsachen investieren und konstant konsumieren, dafür aber weniger Geld für Finanzanlagen übrigbleibt, also weniger Geld auf dem Sparbuch oder in Fonds landet. "Es gibt kein Angstsparen", sagt Nationalbank-Vize-Gouverneur, Andreas Ittner, am Dienstag vor Journalisten. Das real verfügbare Einkommen österreichischer Haushalte ist laut OenB zum Halbjahr 2013 auf Jahressicht um 1,3 Prozent zurückgegangen.


Aufteilung des privaten Geldvermögens nach Anlageformen (Grafik: APA)

Dabei bleiben täglich fällige Anlageformen wie Giro- und Sparkonten oder Bauspareinlagen weiterhin des Österreichers Lieblinge. Fast die Hälfte des gesamten Finanzvermögens österreichischer Haushalte von 490 Milliarden Euro wird so gehortet. Die zweite Hälfte des Finanzvermögens teilt sich auf Wertpapiere, Lebensversicherungen oder Investmentzertifikate auf.

Bei der OeNB erklärt man sich diese Aufteilung vor allem damit, dass, wer risikoarm veranlagen will, auf täglich fällige Produkte zurückgreift. Die rekordniedrigen Zinsen auf Sparbüchern schrecken dabei nicht ab, glaubt Ittner. Sparer würden eher darauf hoffen, dass die Zinsen steigen, um dann schnell ihr Geld auf Anlageformen mit mehr Rendite umzuschichten. Die niedrigen Zinsen in der Eurozone seien schließlich keine Bestrafung für die Sparer, so Ittner, sondern ein Anreiz für Investitionen. Ein täglich fälliges Sparbuch warf im August 2013 durchschnittliche 0,4 Prozent Zinsen pro Jahr ab, selbst bei über zwei Jahre gebundenen Sparbüchern erhielt ein Sparer bei Neuabschluss lediglich 1,5 Prozent.

Aber nicht nur beim Sparen sind die Österreicher derzeit zurückhaltend. Die Haushalte nehmen Kredite vor allem für die Wohnraumfinanzierung in Anspruch, Konsum- und Investitionskredite sind hingegen kaum noch gefragt. (roda, derStandard.at, 22.10.2013)