Washington - Der US-Geheimdienst NSA hat nach den Worten des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald alle Länder Lateinamerikas ausspioniert. Greenwald wandte sich am Montag (Ortszeit) per Video von seinem Wohnsitz in Brasilien aus an eine Journalistenkonferenz mit 300 Teilnehmern, die in Denver tagte. Verschiedene internationale Tagungen lateinamerikanischer Staaten und Gespräche über Freihandelsabkommen seien von den USA ausgespäht worden, sagte der Journalist.

Greenwald arbeitete in den vergangenen Monaten eng mit dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zusammen, der inzwischen in Russland Zuflucht vor Verfolgung durch die US-Behörden fand. Greenwald schrieb bis zur vergangenen Woche für den britischen "Guardian". Er verließ das Londoner Blatt jedoch inzwischen, um für ein neues journalistisches Projekt zu arbeiten, das von eBay-Gründer Pierre Omidyar unterstützt wird.

Das Journalistentreffen in Denver ist die 69. Versammlung der Inter American Press Association (IAPA), die am Freitag ihre Arbeit aufnahm und am Dienstag zu Ende gehen sollte. "Alle Länder Lateinamerikas sind vonseiten der US-Regierung ausspioniert worden", sagte Greenwald. Einzelheiten nannte er nicht, sondern kündigte stattdessen weitere Enthüllungen für die Zukunft an. (APA, 22.10.2013)