Wien - Defizite im Kommunikationsangebot freier Medien an Hörer und Seher konstatiert eine Studie des Instituts für Medienwirtschaft der FH St. Pölten im Auftrag der Rundfunkregulierungsbehörde RTR. Die Studienautoren Jan Krone und Alexander Rihl haben 14 nichtkommerzielle Radios und drei TV-Sender untersucht.

Potenzial sehen die Studienautoren etwa im Onlineangebot. Die Partizipationsmöglichkeiten für das Publikum seien ebenfalls ausbaufähig, Ombudsstellen fehlten, zudem gebe es kaum einen EU-Bezug in der Präsentation der Sendungen. Nichtkommerzielle Medien gelten als wichtiger Beitrag von demokratischen Strukturen. Entsprechend empfindlich trifft die Kritik die freien Medienmacher. Die Studie gebe ein "verzerrtes Bild" wider, sagt Andreas Wahl, Obmann des Verbands  freier Radios: "So sind die freien Radios nicht."

Keine Fördergelder

Wahl verweist auf Webangebote der Freien, darunter ein gemeinsames Online-Archiv sowie Podcasts. Die Studie würde nur die Darstellung des Programms, nicht aber die Inhalte der Sendungen miteinbeziehen, kritisierte Orange-94.0-Chefin Sybille Moser.  Für die beanstandeten digitalen Kommunikationsangebote gebe es schlicht keine Fördergelder vom Staat, die die nichtkommerziellen Medien finanzieren. Es gehe um "konstruktive Kritik, wie mans besser machen kann", sagen die Autoren. Okto-Geschäftsführer Christian Jungwirth hätte sich ebenso eine inhaltliche Analyse gewünscht. Bei der Darstellung des Okto-Angebots verspricht er aber "Profilschärfung".  (prie, DER STANDARD, 24.10.2013)