Eine frühere Handynummer der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" in Dokumenten des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden enthalten. Diese Information sei Auslöser für den aktuellen Skandal gewesen, hieß es am Donnerstag unter Berufung auf Angaben aus Sicherheitskreisen.

Die Rede sei von einem "verdichteten Verdacht" auf eine Spionageattacke gegen Merkel. Bei dem Gerät handelt es sich demnach um ein Nokia-Handy, das Merkel von Oktober 2009 bis Juli 2013 benutzt habe.

"6210 Navigator"

Merkel nutzt seit geraumer Zeit ein inzwischen veraltetes Nokia-Schiebehandy, vermutlich das Modell "6210 Navigator". Die Verschlüsselung auf diesem Gerät war dem Vernehmen nach die selbe wie sie in dem digitalen Polizeifunk-Netz (Tegra-Standard) verwendet wird.

Entwickelt wurde das System von der Telekom-Tochter T-Systems. Die Verantwortung für die Gesamtlösung trägt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Nokia-Handy von Merkel war dem Vernehmen nach nicht mit dem Internet verbunden. Daher dürfte es auch nicht möglich gewesen sein, über das Internet eine Trojaner-Software auf dem Gerät zu installieren, um die Kanzlerin abzuhören.

Samsung oder Blackberry

Zuletzt bestellte die deutsche Regierung eine neue Generation von Sicherheits-Smartphones. Es gibt zwei Modelle: Ein Samsung-Gerät, auf dem Software von der Deutschen Telekom läuft und Blackberry-Geräte, die von der Düsseldorfer Sicherheitssoftware-Firma Secusmart abgesichert wurden. Mit den neuen Geräten soll erstmals ein Telefon für sichere Gespräche und Internet-Nutzung eingesetzt werden können. Bisher musste man dafür auf zwei verschiedene Geräte zurückgreifen. Die neuen Smartphones werden erst seit einigen Wochen an die Regierung geliefert. (APA/reed, 24.10. 2013)