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Die Grabbeigaben lassen erste Schlüsse über die Toten und ihre Stellung in der Wari-Kultur zu.

Foto: AP/Martin Mejia

Lima - Archäologen haben bei Ausgrabungen in Perus Hauptstadt Lima zwei Mumien entdeckt, deren Alter auf etwa tausend Jahre geschätzt wird. Die beiden Toten wurden im Bezirk Miraflores im Bereich der pyramidenförmigen Tempelanlage Huaca Pucllana gefunden, einer Ritus- und Begräbnisstätte der Lima-Kultur, wie die leitende Archäologin Gladys Paz am Donnerstag mitteilte. Die Huaca Pucllana wurde später auch von der Wari-Kultur (etwa 600 bis 1100 n.u.Z.) als Kultstätte genutzt, der die beiden Mumien zuzurechnen sind.

Vollständig erhalten

Es handle sich um eine der wichtigsten Entdeckungen seit mehr als drei Jahrzehnten, weil beide Mumien vollständig erhalten seien. Die Toten waren demnach gemeinsam in einer Wand der sechsten Plattform der Pyramide bestattet worden, das intakte Grab sei vor fünf Tagen entdeckt worden. 

Während Alter und Geschlecht noch unklar seien, gehen die Archäologen davon aus, dass es sich bei den Toten um einen Priester und ein Kind handelt. In dem Grab wurden Beigaben wie Stoffbeutel, Gefäße und die Überreste von drei Meerschweinchen gefunden. Bei dem Kind handle es sich vermutlich um ein rituelles Opfer, das zusammen mit dem Priester bestattet worden sei, sagte Paz.

Bedeutungsvolle Bestattung

"Die Wari demonstrierten ihre Macht, indem sie ihre Toten in den jahrhunderte alten Wänden der Lima-Pyramide bestatteten", erklärte die Direktorin des Museums Huaca Pucllana, Isabel Flores.

Seit Grabungsbeginn im Jahr 1981 wurden in Huaca Pucllana mehr als 70 Gräber gefunden. Die jüngsten Funden sollen nun im Labor untersucht werden, um das Alter und das Geschlecht und die Todesursachen feststellen zu können. Die Tests könnten bis zu sechs Monate dauern, so Paz. Bis dann hoffen die Wissenschafter, auch über die Verbindung der beiden Toten zueinander mehr herausgefunden zu haben. (APA/red, derStandard.at, 25.10.2013)