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Der Countdown läuft: Ab der Dienstag-Schicht könnten Betriebe wie die Aufzugsfirma ThyssenKrupp wie 2011 bestreikt werden. 

Foto: apa/hochmuth

Wien - Bergbau und Stahlkocher waren die ersten Opfer der Streikvorbereitungen gegen Betriebe der Maschinen- und Metallwarenindustrie. Heute, Montag, folgen mit Gießereien und Gas-/Wärmeversorger zwei weitere. Auch die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für Betriebe dieser zwei Fachverbände wurden abgesagt. Die KV-Runde Gas/Wärme sollte um 9.30 Uhr starten, jene der Gießereien um 13 Uhr. Aus deren "Herbstlohnrunde" wird vorerst nichts, wobei es sich um kleinere Fachverbände handelt, Gießereien beschäftigen rund 6700 Mitarbeiter. Heikler wäre da schon eine Absage am Mittwoch, da sind die Verhandlungen für rund 25.000 Beschäftigte in der Fahrzeugindustrie angesetzt, also für Konzerne wie MAN oder Magna.

Unter den Arbeitgebern der mehr als 155 Betriebe der Metallindustrie in Österreich steigt die Nervosität. Viele wollen nicht "in Geiselhaft genommen werden", wie es ein Unternehmenschef ausdrückt, der nicht genannt werden will, aber durchaus Kritik an Verhandlungsstil und -ergebnis des größten Fachverbands Maschinen/Metall durchklingen lässt.

Keinen Millimeter

Andere Industrielle wollen Härte demonstrieren, keinen Millimeter vom strikten Kurs Arbeitszeitflexibilisierung für die Maschinenbauindustrie abweichen. "Die schaden sich mit ihrer Sturheit selbst, die Zeit ist auf unserer Seite", sagt ein anderer im Standard-Gespräch. "Wir haben schon so viel angeboten", beteuerte auch Arbeitgebersprecher Christian Knill und verwies auf verbindliche Fahrpläne zum "Zeitkonto", das man im KV verankert sehen will und nicht wie bisher nur über Betriebsvereinbarungen. Zur alten Sechser-Tarifrunde gehe man keinesfalls zurück.

Auch der sogenannte Nürnberger-Zuschlag auf Zeitguthaben, die binnen Jahresfrist nicht konsumiert wurden, ist den Arbeitgebern ein Dorn im Auge - den Gewerkschaftern aber der Angriff auf Überstundenzuschläge schlechthin. "Die produzieren eh schon auf Vorrat, damit der Streik keinen Schaden anrichtet", sagt ein Involvierter. Was die Arbeitgeberseite prompt in Abrede stellt.

Wiewohl beide Seiten beteuerten, auf ein Angebot der Gegenseite zu warten: Sonntagnachmittag entwickelte sich nach zweitägiger "Sendepause" nervöse Aktivität bei den Verhandlungsteams. Die Schotten wurden dichtgemacht, von Annäherungen auf höchster Ebene der Chefverhandler war die Rede. Mobiltelefone wurden nicht mehr abgenommen, Pressesprecher von den eigenen Chefs nicht mehr informiert. Ergebnisse zeichneten sich nicht ab, aber die "Präsidenten" Christoph Leitl (Wirtschaftskammer) und Erich Foglar (ÖGB) haben ja noch den ganzen Montag für eine Intervention. (ung, DER STANDARD, 28.10.2013)