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DJV-Sprecher: "Anbieter, die in den USA ansässig sind, haben nun mal ein höheres Risiko, gar nicht mal durch eigenes Verschulden."

Foto: REUTERS/Pawel Kopczynski

Berlin - Angesichts neuer Berichte über die Ausspähmöglichkeiten des Geheimdienstes NSA rät der Deutsche Journalisten-Verband Journalisten davon ab, Dienste von Google und Yahoo zu nutzen. Die Datenverbindungen der US-Unternehmen sind nach jüngsten Berichten Ziel der NSA-Spionage.

Journalistische Recherche müsse vertraulich sein, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Wann immer möglich, müssten Journalisten Konsequenzen aus den Berichten ziehen. "Es gibt durchaus andere Suchmaschinen und Anbieter von E-Mail-Diensten, die nach bisherigem Kenntnisstand als sicher gelten." Konkrete Beispiele wollte der DJV auf Nachfrage aber nicht nennen. Ein Verbandssprecher riet jedoch zu Diensten mit Sitz in Deutschland oder Europa. Das wäre zum Beispiel das deutsche Portal GMX, das auch E-Mail-Konten anbietet.

Er warnte zudem vor den Folgen der Enthüllungen. "Die Auswirkungen auf Journalisten sind schon schlimm, weil sich unter den Kollegen natürlich ein höheres Maß an Verunsicherung breitgemacht hat", sagte der DJV-Sprecher. "Viel schlimmer sind aber die Auswirkung auf Informanten, also auf anonyme Quellen, die dringend darauf angewiesen sind, dass ihre Anonymität gewahrt bleibt." Es gebe bereits erste Hinweise, dass Informanten zurückhaltender geworden seien. (APA/red, derStandard.at, 31.10.2013)