Teheran/Johannesburg/Wien - Nach Angaben des iranischen Außenministers Mohammad Javad Zarif wird der Iran die Urananreicherung auf 20 Prozent fortsetzen, um damit einen Forschungsreaktor zu betreiben. Das erklärte Zarif am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Johannesburg in Südafrika, wie der staatliche Sender Press TV berichtete. Der Außenminister reagierte damit auf Berichte, wonach der Iran die Anreicherung auf 20 Prozent eingestellt habe.

Bereits vorige Woche hatte das iranische Parlament frühere Angaben dazu dementiert. Zuvor hatte es in einer im Internet veröffentlichten schriftlichen Mitteilung des Außenpolitischen Ausschusses geheißen, für die Anreicherung auf 20 Prozent gebe es "derzeit keine Notwendigkeit". Am Tag darauf verlautete bereits, die Angaben seien falsch interpretiert worden.

Der Iran verfügt derzeit über fast 200 Kilogramm von auf 20 Prozent angereichertem Uran-235. Ausgehend von diesem Anreicherungsgrad könnte rasch atomwaffenfähiges Material - auf etwa 90 Prozent angereichertes Uran - hergestellt werden, warnen Experten. Deshalb fordern die Verhandlungspartner des Iran, die 20-Prozent-Anreicherung einzustellen.

Zarif versicherte, die 20-Prozent-Anreicherung werde unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA stattfinden. Zugleich betonte der Außenminister, dass Teheran in "gutem Glauben" die Atomverhandlungen mit der 5+1-Gruppe (Fünf Vetomächte plus Deutschland) fortsetzen wolle und fest entschlossen sei, bald eine Verständigung zu erreichen.

Zeitgleich fanden am Donnerstag in Wien auf Expertenebene zwischen dem Iran und den 5+1 (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) Gespräche statt. Am 7. und 8. November werden die Verhandlungsteams beider Seiten in Genf zusammenkommen. (APA, 31.10.2013)