London - In Großbritannien ist am Donnerstag erstmals ein Prozess an einem der höchsten Gerichte live im Fernsehen übertragen worden. Die TV-Berichterstattung über ein Verfahren an einem Londoner Berufungsgericht gilt als Meilenstein im Bestreben, die britische Rechtsprechung transparenter zu gestalten. Ein Gesetz aus dem Jahr 1925 hatte Ton- und Bildaufnahmen bisher verboten.

"Dies ist ein wichtiger Schritt, damit Millionen Fernsehzuschauer besser verstehen können, wie unser Justizsystem funktioniert", sagte der Nachrichtenchef der BBC, James Harding. Die britische Rundfunkgesellschaft hatte sich im Vorfeld zusammen mit anderen Medienanstalten für die Gesetzesänderung stark gemacht.

Der oberste Richter von England und Wales, John Thomas, äußerte sich ähnlich wie Harding. Die britische Regierung plant, künftig auch die Übertragung der Urteilssprüche aus den Krongerichten zuzulassen. Dort werden die besonders spektakulären Kriminalfälle verhandelt. Angeklagte, Opfer und Zeugen werden dabei nicht gezeigt. (APA, 31.10.2013)