Seth Goldstein sieht die interessanten Problemstellungen für junge Entwickler in der digitalen Werbelandschaft schrumpfen.

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Seth Goldstein, Gründer einer der ersten Onlinewerbeagenturen der Welt, erinnert sich im Interview mit derStandard.at an die Anfangszeiten der Onlinewerbung. Vierzig Prozent Klickrate hätte sein erster Banner für Conde Nast noch eingebracht, dabei war damals nur ein knallroter Mund darauf abgebildet. Heute gebe es deutlich weniger Zufälle und Begegnungen, Werbung folge den Kunden auf Schritt und Tritt und weise dabei wenig Nachhaltigkeit auf.

So sehr die eingeschränkte Kreativität den Langzeit-Entrepreneur ernüchtert, so sehr begrüßt er das wirtschaftliche Wachstum der Branche. Die Werbeausgaben im digitalen Bereich würden sich Jahr für Jahr verdoppeln, die Big Player wie Google und Yahoo würden dabei von ihrer Reichweite, ihrem Datenreichtum und ihrer Infrastruktur profitieren. Für junge Entwickler allerdings seien die Probleme nicht mehr so herausfordernd und aufregend wie noch in den Neunzigerjahren, schätzt Goldstein das Interesse der Start-Up-Szene im Interview ein. 

Fehlende Emotionen

Generell vermisst der heutige Investor die emotionale Komponente in der digitalen Werbelandschaft. Seiner Meinung gehe es weniger darum, den Kunden ständig bei seiner Bedürfnisbefriedigung zu begleiten, sondern emotional Wünsche zu wecken, von denen er selbst noch nicht einmal wusste, dass er sie hat. (Tatjana Rauth, derStandard.at, 4.11.2013)