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Süß, aber nicht echt: die kleine "Sweety".

Foto: AP/Peter Dejong

Den Haag / Wien - "Hi, wie alt bist du?", fragt Older4Young im Chat. "Hi, bin 10" antwortet 10 f philippines. Dann wird noch der Preis ausgehandelt - 10 US-Dollar - und der 35-Jährige macht klar, sie könne sich ausziehen: "I'm horny."

Was Older4Young nicht weiß, ist, dass auf der anderen Seite des Chats keine zehnjährige Philippina sitzt, sondern ein Mitarbeiter der niederländischen Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes. Und "Sweety", wie das Mädchen genannt wird, ist auch nicht echt, sondern eine computergeschaffene Figur, um Pädophile anzulocken, die für Webcam-Sex mit Kindern zahlen.

Older4You hat freiwillig ausreichend Daten hinterlassen, um identifiziert zu werden. Er ist selbst Vater zweier Kinder und lebt in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Terre des Hommes hat die Daten des 35-Jährigen und weiteren, mehr als tausend, mutmaßlichen Kinderschändern an die Polizei weitergeleitet.

"Alle waren bereit, Sweety für sexuelle Handlungen vor der Webcam zu zahlen", sagte Albert Jaap van Santbrink, Chef der Organisation, am Montag.

Insgesamt suchten in zehn Wochen mehr als 20.000 Verdächtige aus 65 Staaten Kontakt zu der fiktiven Zehnjährigen. Von den etwa tausend, die eindeutig lokalisiert werden konnten, sollen laut Medienberichten 54 aus Kanada stammen, 250 aus den USA, 110 aus Großbritannien sowie 103 aus Indien.

Ob auch Österreicher unter den Verdächtigen sind, könne man noch nicht sagen, heißt es aus dem Bundeskriminalamt und bei Interpol. "Die Auswertung der IP-Adressen ist sehr langwierig", sagt ein Sprecher im Innenministerium. Das könne Monate dauern.

Laut einem UN-Bericht nutzen etwa 750.000 Menschen weltweit Internetseiten mit Kinderpornografie. (AFP; juh, DER STANDARD, 6.11.2013)