Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch mit Gewinnen aus dem Handelstag gegangen. Marktteilnehmer verwiesen auf positive Unternehmenszahlen und auf neue Rekordstände an der Wall Street als Unterstützungsfaktoren. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 0,67 Prozent auf 3.056,40 Zähler.

Zudem zeigten sich Anleger vorsichtig optimistisch hinsichtlich einer möglichen weiteren geldpolitischen Lockerung durch die Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag, sagte ein Marktexperte. Auch die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum zeigt weiter nach oben. Vor allem aus Deutschland kamen starke Konjunkturdaten. Die Auftragseingänge für die deutsche Industrie haben im September überraschend deutlich zugelegt.

Unter den Einzelwerten gewannen ING-Titel 3,49 Prozent auf 9,60 Euro, was den Euro-Stoxx-50-Spitzenplatz sowie den höchsten Stand seit Oktober 2008 bedeutete. Der Finanzkonzern hatte im dritten Quartal zwar ebenso wie die Konkurrenz unter den schwierigen Marktbedingungen für Banken gelitten und musste wegen der Kosten für den Konzernumbau einen Einbruch beim Überschuss hinnehmen. Doch letzterer soll nun bis Ende 2016 und damit zwei Jahre früher als geplant abgeschlossen sein.

Bei Easyjet konnten sich die Aktionäre über Kursgewinne von 0,91 Prozent freuen. Die Billigfluggesellschaft berichtete für den Oktober trotz Fluglotsenstreiks einen Anstieg der Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Titel des Rivalen Ryanair erholten sich nach positiven Analystenkommentaren um 1,95 Prozent. Zur Wochenmitte hatte die gesenkte Gewinnprognose noch für einen knapp 13-prozentigen Kursrutsch gesorgt.

Für die Aktien des Siemens-Konkurrenten Alstom ging es um 5,81 Prozent bergauf. Der Industriekonzern zieht nach einem Auftragseinbruch im ersten Geschäftshalbjahr Konsequenzen: Konzernchef Patrick Kron will Stellen streichen und erwägt den Verkauf von Teilen des Bahngeschäfts.

Daimler schlossen mit plus 0,29 Prozent nur wenig bewegt. Der Autobauer ist mit neuen Rekordwerten beim Absatz in den Jahresendspurt gestartet. Im Oktober lieferte die Marke Mercedes-Benz 126.421 Autos mit dem Stern an die Kunden aus. Das entspricht einem Plus von 15,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und einem neuen Bestwert.

Beim Baustoffkonzern Lafarge stand ein Plus von 0,29 Prozent zu Buche. Der starke Euro sorgte für kräftigen Gegenwind: Umsatz und operatives Ergebnis des HeidelbergCement-Wettbewerbers gingen trotz höherer Absatzmengen zurück. Nun verschärfen die Franzosen den Sparkurs.

Einen Kurssprung von fast 15 Prozent schafften die Aktien von Vestas. Der Windkraftanlagenhersteller verbuchte im dritten Quartal wegen neuerlicher Abschreibungen einen Nettoverlust, der zwar nur noch rund halb so hoch war wie vor einem Jahr, aber deutlich höher als von Analysten erwartet. Operativ schafften es die Dänen aber in die Gewinnzone. Zudem hoben sie das Jahresziel für das operative Ergebnis (EBIT) vor Sonderposten an. (APA, 6.11.2013)