Köln - "Im Alter treten häufiger Diabetes, Übergewicht und chronische Krankheiten auf. Das hat wiederum Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Leber", sagt Claus Niederau, Vorstand der Deutschen Leberhilfe. Im Alter sei auch der Abbau von Schadstoffen durch die Leber langsamer - ebenso wie ihre Regenerationsfähigkeit, insbesondere wenn die Leber zum Beispiel durch eine Hepatitis-Virusinfektion geschädigt ist. Ebenso treten bei chronischen Entzündungen der Leber im Alter häufiger Komplikationen auf, betont der Experte.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Durchblutung der Leber, aber auch das Lebervolumen ab. Das heißt, bei einem verminderten Blutdurchfluss kann die Leber ihre Filterfunktion von Schadstoffen nicht mehr hundertprozentig wahrnehmen. "Vor allem bei älteren Menschen, die verschiedene Medikamente gegen andere Erkrankungen einnehmen, besteht ein Risikofaktor für eine Lebererkrankung", erklärt Niederau. Demnach verlaufen Infekte der Leber bei älteren Menschen meist dramatischer als bei Jüngeren. 

Eine Testung der Leberwerte durch den Hausarzt sollte regelmäßig durchgeführt werden, empfiehlt der Experte. Zudem hält der Mediziner auch eine Impfung gegen eine Hepatitis A-Virusinfektion mitunter für sinnvoll, da speziell diese Infektion im Alter häufig einen schwerwiegenden Verlauf nimmt. "Gesunde Lebensweise und Ernährung sowie sportliche Aktivität und falls notwendig eine Gewichtsreduktion sorgen ebenso für eine gesunde Leber im Alter. Damit können sich sogar fibrotische Prozesse (Gewebeveränderungen; Anm.) zurückbilden", meint Claus Niederau. (red, derStandard.at, 6.11.2013)