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Ein Teil der zu ALMA gehörenden Antennen, die zusammen das größte Radioteleskop der Welt ergeben. Und das ist nur der vorerst letzte Schritt in der Zusammenarbeit zwischen ESO und Chile, das nächste Projekt wartet bereits.

Foto: AP Photo/Jorge Saenz

Garching - Ein Vertragsakt mit großen positiven Folgen für die astronomische Forschung: Am 6. November 1963 wurde das sogenannte Convenio, das ursprüngliche Abkommen zwischen der Europäischen Südsternwarte (ESO) und der chilenischen Regierung, unterzeichnet. Dieses erlaubt der ESO, zu deren 15 Mitgliedsländern auch Österreich zählt, ihre Teleskope unter dem außergewöhnlich klaren Nachthimmel Chiles zu platzieren.

Heuer jährt sich der Beginn der äußerst fruchtbaren Beziehung zwischen der ESO und Chile, die sowohl europäischen als auch chilenischen Astronomen zugute gekommen ist, zum 50. Mal. Die ESO hat zusammen mit den Botschaften ihrer Mitgliedsländer eine Reihe von Veranstaltungen geplant, um das Jubiläum gemeinsam mit der chilenischen Bevölkerung zu feiern.

"Die Kooperation mit Chile hat sich als beständig und langlebig erwiesen. Die ESO ist eine wissenschaftliche und kulturelle Brücke zwischen Chile und Europa; sie eröffnet einen Weg in die Zukunft und bringt große Vorteile für Chile, die ESO-Mitgliedsländer und sicherlich auch für Wissenschaft und Technologie im Allgemeinen mit sich", sagt dazu Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO.

Die ersten Schritte

Das erste Teleskop der ESO mit einem Spiegeldurchmesser von einem Meter wurde 1966 gebaut. Das La-Silla-Observatorium, die erste Sternwarte der ESO, wurde am 25. März 1969 vom chilenischen Präsidenten eingeweiht. Im Laufe der Zeit wurden das 3,6-Meter-Teleskop und das New Technology Telescope (NTT) zusammen mit einigen anderen kleineren Teleskopen an diesem Standort errichtet. Diese technologischen Fortschritte pflasterten den Weg für das, was die nächste Einrichtung der ESO in Chile werden sollte: das Paranal-Observatorium.

Das Paranal-Observatorium wurde am 5. März 1999 eingeweiht und beherbergt das Very Large Telescope (VLT), das fortschrittlichste Observatorium der Welt für sichtbares Licht und das nahe Infrarot, wo einige der wichtigsten astronomischen Entdeckungen der Welt gemacht wurden. Es ist ebenfalls der Standort für zwei der leistungsstärksten Durchmusterungsteleskope der Welt: VISTA und das VST.

Neuer Star ALMA

Vor Kurzem hat die ESO zusammen mit Partnern aus Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit Chile das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das weltweit größte astronomische Projekt, verwirklicht. ALMA, das sich auf dem Chajnantor-Plateau befindet, besteht aus 66 Millimeter/Submillimeter-Antennen und wurde am 13. März 2013 vom chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera feierlich eingeweiht.

Als Gastgeberland profitiert Chile vom bevorzugtem Zugang zu Beobachtungszeit an den ESO-Teleskopen, was chilenischen Astronomen in die Lage versetzt, einige der fortschrittlichsten Beobachtungseinrichtungen der Welt zu nutzen.

In Zukunft wollen die ESO und Chile ihre Beziehung weiter stärken. So übergab Präsident Piñera die rechtlichen Dokumente, denen zufolge das Land um den Cerro Armazones in den Besitz der ESO übergeht. Der Cerro Armazones wird das nächste Projekt der ESO beherbergen, das European Extremely Large Telescope, "das weltgrößte Auge, das auf den Himmel gerichtet ist". (red, derStandard.at, 9. 11. 2013)