Wien - Der börsenotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat im dritten Quartal wegen Lieferausfällen des krisengeschüttelten Libyen und eines schwachen Raffineriegeschäfts weniger verdient und musste im 3. Quartal 2013 bei einem leicht rückläufigen Umsatz einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse waren mit 10,698 Milliarden Euro um zwei Prozent geringer als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Gleichzeitig brach der um Lagerhaltungseffekte bereinigte Periodenüberschuss um 17 Prozent auf 263 Millionen Euro ein.

Die Zahlen entsprachen im Wesentlichen den Erwartungen der befragten Analysten, die im Durchschnitt mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent und einem um 18 Prozent geringeren Nettogewinn gerechnet hatten.

Das CCS EBIT (um Veränderungen der Lagerhaltung bereinigt) vor Sondereffekten ging um 21 Prozent auf 619 Millionen Euro zurück. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit lag mit 1,081 Milliarden Euro um elf Prozent über dem 3. Quartal des Vorjahres. Der Verschuldungsgrad wurde im Jahresabstand von 28 auf zwölf Prozent gesenkt. Der Mitarbeiterstand hat sich innerhalb eines Jahres um sieben Prozent auf 27.128 verringert. 

Produktionsstopp in Libyen

Die gesamte Tagesproduktion der OMV von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas lag mit 275.000 boe (Barrel Öl-Äquivalente) um elf Prozent unter dem Niveau des 3. Quartals 2012. Die Gesamttagesproduktion der Rumänien-Tochter Petrom lag auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Erdöl- und NGL-Produktion fiel vor allem durch die Produktionsstopps in Libyen, einen geringeren Beitrag von Großbritannien (dort wurden Nordsee-Beteiligungen verkauft) sowie einen wartungsbedingten Stillstand des Feldes Maari in Neuseeland um 15 Prozent.

Auch die Erdgasproduktion war um sechs Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum, vor allem weil es an einer wichtigen Produktionsstätte in Österreich zu einem Wassereintritt kam. Dazu komme ein natürlicher Produktionsrückgang in Pakistan (Sawan), der teilweise durch eine höhere Produktion in Rumänien kompensiert worden sei, heißt es im Quartalsbericht. Die Gesamtverkaufsmenge sank, hauptsächlich durch geringere Verkaufsmengen in Libyen, Großbritannien und Pakistan, die teilweise durch gestiegene Verkaufsmengen im Jemen und in Rumänien kompensiert wurden, um sechs Prozent.

Der Brent-Rohölpreis in US-Dollar war im 3. Quartal um ein Prozent höher als vor einem Jahr, der vom OMV-Konzern durchschnittlich erzielte Preis stieg um fünf Prozent. Der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis in Euro lag um 13 Prozent über dem Niveau des 3. Quartals 2012.

Der Betriebserfolg (EBIT) des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion (E&P) ging im 3. Quartal um 8 Prozent auf 529 Mio. Euro zurück.

Erdgas-Verkaufsmengen sinken

Der Beitrag des Bereichs Gas & Power zum Betriebserfolg war mit 15 Millionen Euro negativ. Die gesamten Erdgas-Verkaufsmengen sanken, vor allem aufgrund geringerer Handelsaktivitäten der EconGas, im Jahresabstand um 14 Prozent von 100,39 TWh auf 85,94 TWh. Handelsmengen machten im 3. Quartal 68 Prozent der gesamten Verkaufsmenge aus. EconGas hat wegen der hauptsächlich Hubpreis-gebundenen Verkaufsverträge und der noch nicht abgeschlossenen Neuverhandlungen des langfristigen Gasbezugsvertrags mit Gasprom weiter Geld verloren. Mit dem norwegischen Lieferanten Statoil wurde eine Preissenkung ab 1. Oktober 2013 vereinbart.

Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die OMV, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis weiterhin über 100 Dollar pro Fass liegen wird. An den Gasmärkten werden die Marktpreise zunehmend durch Hubpreise statt durch ölpreisgebundene Gaspreise bestimmt. In Rumänien wurde, im Einklang mit dem Plan zur Liberalisierung der Gaspreise, der Inlandsgaspreis per Oktober 2013 erhöht. Die nächste geplante Preiserhöhung ist für Jänner 2014 vorgesehen. Die Raffinerie-Margen werden wegen der geringen Nachfrage und bestehender Überkapazitäten an den europäischen Märkten sehr niedrig bleiben. (APA, 7.11.2013)