Wien - Sie verzichten auf Werbung. Sehen sich als Ausgleich für "Defizite der öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Medien". Und mit 3000 - meist unbezahlten - Mitarbeitern "fast so groß wie der ORF": Österreichs von Förderungen und Spenden finanzierte freie Radios und Community-Sender haben Wünsche an die nächste Regierung.

Bisher erhalten die 14 Radios und drei TV-Stationen, die Menschen mit Sendungsbewusstsein eine Plattform bieten, drei Millionen Euro Bundesförderung pro Jahr. Länder helfen mit regionalen Subventionen, am eifrigsten Wien mit etwa einer Million für Okto und 300.000 für Radio Orange.

Verdoppelung gefordert

Die nächste Regierungsmehrheit möge die drei Millionen auf sechs verdoppeln, fordern die Communitysender. Und langfristig fünf Prozent der nationalen Rundfunkgebühren - das wären bei gut 800 von der ORF-Gebührentochter Gis eingehobenen Millionen immerhin 40 Millionen. Medienstaatssekretär Josef Ostermayer hatte in den vergangenen Monaten keine Zeit für sie.

Die Communitysender brächten tausenden jungen Menschen Radio- und Fernsehmachen bei, sagt etwa Juliane Nagiller vom Verband freier Radios: "Wir kompensieren mangelnde Verortung von Medien in den Lehrplänen." Neben den anderen "Defiziten".

Fernsehdirektorin Kathrin Zechner indes sieht den Programmauftrag vom ORF "übererfüllt" - mit mehr als 500 Gebührenmillionen plus Werbung. (fid, DER STANDARD, 8.11.2013)