Rom - Italiens wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilter Ex-Premier Silvio Berlusconi hat laut seinem Vertrauensmann Marcello Dell ´Utri die Begnadigung beantragt. Die fünf Kinder Berlusconis hätten für ihren Vater bei Staatspräsidenten Giorgio Napolitano den Begnadigungsantrag eingereicht, berichtete Dell ´Utri bei einer von RAI 2 gesendeten Talkshow am Freitagabend. Aus dem Büro Napolitanos sei jedoch keine Antwort gekommen, betonte der Ex-Senator, der seit Jahrzehnten zu den engsten Vertrauten Berlusconis zählt.

"Es ist offenkundig, dass man Berlusconi die Begnadigung nicht gewähren will. Man will, dass er kapituliert", kommentierte Dell ´Utri. Kurz daraufhin verlautete aus Napolitanos Büro, dass kein Begnadigungsantrag eingereicht worden sei. Berlusconis Rechtsanwalt Nicolo Ghedini bezeichnete Dell ´Utris Worte als haltlos.

In einer Ansprache im August hatte Napolitano eine Begnadigung des 77-jährigen Berlusconi nicht ausgeschlossen. Die Möglichkeiten dazu seien jedoch sehr begrenzt, hatte der Präsident betont. Zudem habe er noch kein formelles Gnadengesuch Berlusconis erhalten.

Der Senat stimmt am 27. November über den Ausschuss Berlusconis. Dies erfolgt aufgrund eines Anti-Korruptionsgesetzes, nach dem verurteilte Parlamentarier ihren Sitz im Parlament räumen müssen. Sollte er seinen Senatssitz verlieren, muss Berlusconi auf seine parlamentarische Immunität verzichten. (APA, 9.11.2013)