Riad - Bei Unruhen in einem armen Ausländer-Viertel im Süden der saudischen Hauptstadt Riad sind in der Nacht zum Sonntag zwei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Die Behörden nahmen 560 Demonstranten fest, wie die Polizei in Riad am Sonntag mitteilte. Die Ausschreitungen folgten auf das neuerdings scharfe Vorgehen der saudischen Behörden gegen ausländische Schwarzarbeiter.

Seit dem Ende einer Duldungsfrist vor genau einer Woche hat die saudische Polizei Tausende Gastarbeiter in Abschiebehaft genommen, deren Papiere nicht in Ordnung waren. Dabei handelte es sich vor allem um Billigarbeiter aus Südasien, Afrika und dem Jemen.

Im hauptsächlich von Südasiaten und Afrikanern bewohnten Armenviertel Manfuha im Süden von Riad war bereits Mitte der Woche bei einer Polizei-Razzia ein Äthiopier getötet worden. Die Proteste in der Nacht zum Sonntag eskalierten, als die Afrikaner Steine warfen und mit Messern drohten, hieß es in dem Polizeibericht. Einer der beiden Toten sei ein saudischer Bürger gewesen. Nähere Einzelheiten nannte der Bericht nicht. (APA, 10.11.2013)