Linz - War früher alles besser? Nicht, wenn man einen Vergleich mit der eigenen Kinderzeit anstellt. Das ergibt die Familienumfrage des Market-Instituts für den STANDARD. Demnach sagen 83 Prozent, dass das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen besser geworden ist, dasselbe gilt für Sportmöglichkeiten. Die Grafik zeigt, dass auch die Bildungsmöglichkeiten in Schule und Beruf heute als deutlich besser wahrgenommen werden - allerdings sagt eine Mehrheit, dass die Berufsaussichten für junge Leute früher besser waren.

Auffallend auch: Obwohl sechs von zehn Befragten meinen, dass die staatlichen Unterstützungen verbessert worden seien, glaubt dennoch nur jeder vierte Wahlberechtigte, dass die finanzielle Situation der Familien insgesamt heute besser sei. Besonders Eltern mit Kindern im Haushalt finden, dass es früher leichter war, sich Kinder zu leisten. Und: Die Anhänger der Regierungsparteien sind tendenziell zufriedener mit der Situation der Familien als die Wähler anderer Parteien.

Dazu kommt: Großfamilien mit mehreren Kindern finden heute weniger gesellschaftliche Akzeptanz als früher.

Kinder stiften Sinn

Was spricht dennoch dafür, Kinder in die Welt zu setzen? Auf diese Frage sagen 78 Prozent, Männer übrigens stärker als Frauen, dass Kinder das eigene Leben mit mehr Sinn erfüllen. 75 Prozent sagen, dass Kinder viel Freude bereiten - unter den Befragten, die selber Kinder im Haushalt haben, sind es sogar über 80 Prozent.

Ebenfalls drei Viertel unterstützen die Aussage, dass Kinder das Leben vielfältiger machen, und immerhin jeder Zweite sieht Kinder als positiv für die eigene persönliche Entwicklung.

Dass Kinder für die Erhaltung des Pensionssystems wichtig wären, sehen nur 34 Prozent als Grund, Kinder zu bekommen, Menschen ohne Kinder übrigens stärker als solche, die Kinder im Haushalt leben haben.

Market fragte weiter: "Und welche der folgenden Gründe sprechen dagegen, dass man selbst Kinder bekommt?"

  • "Man ist gebunden und muss auf vieles verzichten" - das sagen 56 Prozent. Männer betonen diesen Punkt eher als Frauen.
  • "Kinder kosten viel Geld" - das meinen 52 Prozent.
  • 55 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer sehen einen Kinderwunsch schwer mit der Arbeit vereinbar.
  • Dass Kinder Karrieremöglichkeiten behindern, sagen 46 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer.
  • Jeder Dritte hält die Aussage: "Man muss sich ständig um Kinder Sorgen machen" für einen Grund, keine eigenen Kinder zu haben. Wobei Menschen mit Kindern im Haushalt dieses Argument weniger gelten lassen.
  • Je 18 Prozent halten eine Belastung der Partnerschaft und eine Behinderung der Selbstverwirklichung für eine Erklärung, die gegen Kinder spricht. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 11.11.2013)