ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner hat nach STANDARD-Informationen aus mehreren Quellen dieser Tage von TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher einen neuen Verhaltenskodex für die Redakteure und vor allem Moderatoren der "ZiB"s verlangt. Dieter Bornemann, Vorsitzender des ORF-Redakteursrats, sieht dafür keine Notwendigkeit.

"Es gibt mit dem ORF-Gesetz, dem Redakteursstatut und dem bestehenden Verhaltenskodex bereits ausführliche Regelungen", sagt Bornemann auf Anfrage des STANDARD. "All diese Regeln sind völlig ausreichend."

Im ORF kursieren die Wünsche nach einem neuen Kodex für die "ZiB"-Journalisten schon als "zehn Gebote". Sie sollen laut einer Quelle etwa Vorwürfen salopper Moderationen, einseitiger Berichterstattung oder lässiger Recherche begegnen. 

Danach jedenfalls soll das Thema in der Hauptabteilungsleitersitzung mit der TV-Direktorin geklungen haben. Die Umsetzung haben Zechners Vize Stefan Ströbitzer und TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher übernommen und intern schon beruhigt haben: Um neue "Sendungssteckbriefe" für die Formate gehe es nun, wird vom Küniglberg berichtet. Von "Heute in Österreich" bis zu den einzelnen "ZiB"s sollten sie etwa Bildsprache oder Text bis zum Satzbau regeln. Anfang 2014 sollen sie vorliegen. Einzelne Sendungen wie der "Report" haben nach Angaben vom Berg schon einen solchen Steckbrief.

Als einen der nächsten Schritte haben sich die ORF-diplomatisch versierten Journalisten Dittlbacher und Ströbitzer nach diesen Infos vorgenommen, allen Redakteurinnen und Redakteurin mehrseitige Fragebögen zur Vorbereitung der Sendungssteckbriefe zu schicken. Dort sollen sie etwa die Eigenschaften des Zielpublikums der jeweiligen Sendung nennen.  (red, derStandard.at, 10.11.2013)