Bild nicht mehr verfügbar.

Mit Strom bläst man am meisten Geld in die Luft.

Foto: APA/Woitas

Wien - Der Winter steht vor der Tür, und Heizen ist wieder ein brennendes Thema - auch fürs Geldbörsel. Die Gesamtkosten für das Heizen klaffen fast um den Faktor Drei auseinander, je nachdem ob ein Gebäude thermisch saniert ist oder nicht und welcher Energieträger verwendet wird. So kann man in einem 130-m2-Einfamilienhaus schon mit 2.043 Euro im Jahr über die Runden kommen, es kann aber auch 5.732 Euro teuer sein, zeigt ein Vollkosten-Vergleich der Österreichischen Energieagentur.

Mit den niedrigsten Gesamtkosten (samt Investitions- und Wartungsausgaben) von 2.043 Euro im Jahr kommt man demnach mit einer Gaszentralheizung in einem thermisch sanierten Haus (HWB 70) aus. Am teuersten ist die wohlige Wärme mit einer elektrischen Direktheizung in einem unsanierten Gebäude (HWB 170), wo dann schon 5.732 Euro jährlich anfallen.

Spitzenreiter bei den geringsten Verbrauchskosten in thermisch sanierten Gebäuden sind Wärmepumpen-Lösungen. Bei Wärmepumpen mit Tiefenbohrung betragen diese pro Jahr 583 Euro, bei Luftwärme 735 Euro. Die reinen Verbrauchskosten einer Gaszentralheizung in einem thermisch sanierten Haus liegen laut Energieagentur bei 1.005 Euro, ähnlich bei einer Pelletszentralheizung (1.007 Euro) und einer Scheitholzzentralheizung (1.022 Euro). Mehr als doppelt so hohe Verbrauchskosten - 2.261 Euro im Jahr - fallen dagegen bei einer elektrischen Direktheizung an.

Kapitalgebundene Kosten

Die geringsten kapitalgebundenen Kosten - für die Investition samt Installierung der Heizung - fallen bei einer elektrischen Direktheizung mit 492 Euro in einem unsanierten bzw. 392 Euro in einem thermisch sanierten Haus an, alles selbstverständlich berechnet für jedes Jahr der Nutzung. Bei Fernwärme-Anlagen betragen diese 719 bzw. 726 Euro und bei einer Scheitholzzentralheizung 957 bzw. 816 Euro. Bei Gaszentralheizungen ist mit jährlichen Kapitalkosten zwischen 747 bei sanierten und 1.007 Euro bei unsanierten Häusern zu rechnen. Die höchsten Investitionen fallen bei Wärmepumpenanlagen an, und hier wiederum bei Systemen mit Tiefenbohrung (1.975 Euro).

Zählt man die Heizkosten (Brennstoffkosten) und den CO2-Ausstoß zusammen, so liegen jene Hausbewohner am besten, die in einem thermisch sanierten Haus wohnen und entweder über eine Scheitholzzentralheizung, eine Pelletszentralheizung oder über ein Wärmepumpen-Heizsystem verfügen. Bei einer Scheitholzzentralheizung ist laut Energieagentur pro Jahr mit Gesamtkosten von 2.133 Euro und einer CO2-Emission von 172 kg zu rechnen. Ebenfalls sehr positive Werte erzielt demnach eine Pelletszentralheizung mit Jahreskosten von 2.674 Euro und 257 kg CO2-Ausstoß.

Wärmepumpen-Lösungen erreichen sehr gute Mittelwerte mit Heizkosten von 2.615 bis 3.354 Euro und CO2-Jahres-Werten von 1.531 bis 1.919 kg, abhängig davon, ob die Wärmepumpe über Luftwärme oder Tiefenbohrung betrieben wird. Die schlechtesten Werte weist dem Vergleich zufolge eine elektrische Direktheizung mit Heizkosten von 5.732 Euro pro Jahr auf, gefolgt von einer Ölzentralheizung mit 5.003 Euro und einem Ausstoß von immensen 10,2 Tonnen CO2-Emissionen jährlich.

Für den Heizkostenvergleich wurde von der Österreichischen Energieagentur ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 130 m2 herangezogen - einmal in einer unsanierten Version mit einem Heizwärmebedarf von 170 kWh/m2 und Jahr und einmal in einer thermisch sanierten Variante von 70 kWh/m2/a. (APA, 13.11.2013)