Wien/Gibraltar - Quantität statt Qualität: Die Strategieänderung des börsenotierten Glücksspielkonzerns zeigt bereits Auswirkungen. Im dritten Quartal verlor das österreichisch-britische Unternehmen stark an Umsatz, weil sich weniger Spieler auf seinen Seiten tummelten. Dafür wurde pro Kunde mehr eingesetzt. Das Einsparungsziel von 70 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2013 wird bwin.party übererfüllen, dafür wird sich der Bann von Zockseiten in Griechenland auf Erlös und Gewinn schlagen.

Die griechischen Behörden blockieren seit August die Internetverbindung zu mehr als 400 Glücksspielseiten, betroffen ist auch bwin.party. Heuer werde sich das etwas auf den Umsatz und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auswirken, volle Effekte seien 2014 zu erwarten, hieß es in einer bwin.party-Pflichtmitteilung am Mittwoch.

Im dritten Quartal sackte der Umsatz um 21 Prozent auf 145,7 Mio. Euro ab. Im Sportwettenbereich waren die Margen etwas geringer als erwartet, zuschulden war dies einer Pechsträhne (respektive Glückssträhne aus der Sicht der Kunden) bei Fußballspielen im September.

Von Juli bis September ging die Zahl der täglich aktiven Spieler um 22 Prozent auf 143.500 zurück. Dafür zockten diese offensichtlich um größere Beträge: Der Ertrag pro aktivem Spielertag belief sich auf 10,5 nach 10,4 Euro im Jahr 2012.

In den vergangenen sechs Wochen stieg der durchschnittliche tägliche Nettoumsatz um 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

bwin.party hat im Oktober über einen Partner eine Lizenz im lukrativen US-Bundesstaat New Jersey erhalten und will sein Angebot in Kürze launchen. (APA, 13.11.2013)