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Playstation 4 von Sony und die Xbox One von Microsoft

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Sony und Microsoft bringen demnächst zum ersten Mal seit Jahren neue Versionen ihrer Spielekonsolen auf den Markt. Die etwa zehnfach gesteigerte Rechenleistung dürfte animierte Szenen deutlich realistischer erscheinen lassen. Auf der Kleidung der Krieger werden Knitterfalten zu sehen sein, die Silhouette von Städten wird lebendiger und Räume ebenso wie Landschaften bekommen leuchtende Farben und detaillierte Strukturen.

Einige Hersteller von Videospielen wollen neue Produkte anbieten, die sowohl auf der neuen Playstation 4 von Sony als auch auf der neuen Xbox One von Microsoft laufen. Activision Blizzard zum Beispiel will für beide Konsolen eine Fortsetzung der Spielereihe „Call of Duty" auf den Markt bringen, in denen die Szenerie realistischer sein soll, so zum Beispiel die Ruinen auf den Schlachtfeldern. „Diese Geräte sind hervorragend", sagt Bobby Kotick, Chef von Activision. „In den nächsten paar Jahren wird es viele Chancen geben."

Exklusive Games

Doch da Sony und Microsoft gleichzeitig ähnlich bessere Hardware auf den Markt bringen, wird der Kampf um die Kunden womöglich dadurch entschieden, wer die besten Spiele exklusiv anbietet und welche Konsolensoftware den Nutzern praktischer erscheint.

Beide Unternehmen sagen, dass es mit der Markteinführung der neuen Konsolen jeweils 23 passende Videospiele geben wird. Laut Microsoft wird es acht davon nur für die Xbox One geben, Sony zählt vier, die nur mit der Playstation 4 funktionieren. Sony ist besonders stolz auf „Knack", ein Action- und Abenteuerspiel, dessen Visualisierung mit der eines Computertrickfilms vergleichbar ist.

Microsoft wirbt mit Spielen wie „Project Spark" für seine Konsole, mit dem Nutzer per Tablet oder dem Kontroller eigene Landschaften, Schlachten und Feinde kreieren können. Weitere Titel, die mit Spannung erwartet werden, sind „Ryse: Son of Rome" für die Xbox One, in dem man mit römischen Soldaten kämpft, sowie „Killzone: Shadow Fall" für die Playstation 4, ein Shooter, der im Weltall spielt.

Gewohnheiten haben sich dramatisch verändert

Die Hersteller haben viel Geld auf den Erfolg dieser Spiele gesetzt. Und in der Vergangenheit haben sie außerordentliche Erfolge erzielt: Das Spiel „Grand Theft Auto V" von Take-Two Interactive Software  wurde zu einem der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukte aller Zeiten, als es in den ersten drei Tagen nach der Markteinführung eine Milliarde Dollar einnahm.

Doch die lange Phase ohne Neuerungen bei den Spielekonsolen hat zu den schwachen Umsätzen in der Branche beigetragen. Sony hat seine Konsolen nicht erneuert seit 2006 die Playstation 3 auf den Markt kam, die Xbox 360 kam 2005 auf den Markt.

Seitdem haben sich die Technologie und die Verbrauchergewohnheiten dramatisch verändert. Früher beschränkten sich Videospiele auf PCs oder Konsolen, die an Fernsehgeräte angeschlossen wurden. Spiele wurden auf CDs oder anderen Datenträgern geliefert.

In den jüngsten Jahren haben sich Verbraucher jedoch relativ einfachen Videospielen zugewandt, die sie per Internetbrowser oder App auf Smartphones und Tablets spielen. Oft sind diese Spiele kostenlos oder für einen kleinen Geldbetrag zu haben.

Die neuen Konsolen sollen zeigen, ob Fans von Videospielen weiterhin bereit sind, für spannendere Spiele mehr Geld zu bezahlen. Die Xbox One von Microsoft kostet saftige 499 Euro, während die Sony-Konsole bei 400 Euro anfängt. Die meisten Spiele für diese Geräte werden aufwendige Action-Titel sein, die zig Millionen Dollar in der Herstellung kosten und dann für etwa 60 Euro pro Stück verkauft werden.

Internetfähigkeit steht ganz weit vorne

Beide Firmen haben hochwertigere Computerchips in ihre neue Hardware eingebaut, wodurch Softwareprogrammiere noch realistischere Explosionen, simulierte Landschaften und andere Effekte erschaffen können.

Doch die Eigenschaften der Geräte, mit denen Sony und Microsoft besonders werben, haben vor allem mit der Internetfähigkeit zu tun. Beide Firmen haben zum Beispiel riesige soziale Netzwerke geschaffen, durch die Gamer sich treffen und zusammen spielen können. Die Geräte können auch eine Verbindung mit verschiedenen externen sozialen Netzwerken herstellen, um Videoaufnahmen der spannendsten Momente beim Spielen mit Freunden zu teilen, so zum Beispiel den Sieg bei einem wichtigen Kampf oder eine Haarnadelkurve bei Autospielen.

Zusätzlich will Sony eine Technologie anbieten, mit der Nutzer auf Videospiele zugreifen können, die auf den Servern der Firma laufen. Diese können aufwendigere Grafiken verarbeiten als die PS4. Die Bilder werden dann über das Internet auf den Fernsehbildschirm des Konsolennutzers oder auf die tragbare Playstation Vita übertragen.

Microsoft nutzt eine ähnliche Technologie, um das Aussehen der Spiele, die auf der Xbox laufen, zu verfeinern. Außerdem kann die Konsole viele Funktionen einer Kabelfernsehbox übernehmen. So können Nutzer mit der Xbox One zwischen Sendern wechseln und die Konsole per Spracherkennung fragen, was auf einem bestimmten Fernsehkanal gerade läuft.

Energiesparender Standby-Modus

Diese Technologie hat Damon Barnes, einen 18-jährigen Spiele-Fan, überzeugt. Letztendlich will er beide Geräte kaufen, doch die Xbox One werde Vorrang haben. „Es erscheint viel futuristischer, ein Multimediagerät für verschiedene Funktionen anstatt nur eine Spielekonsole zu haben", sagt er. Zwei Spiele, auf die er sich besonders freut, sind das Zombie-Spiel „Dead Rising" und das Kampfspiel „Killer Instinct".

Doch Zachary Reese, ein 25-Jähriger Videospieler, sagt, dass ihn die zusätzlichen Multimediafunktionen nicht besonders interessieren. Die Geräte sind für ihn reine Videospielemaschinen, und darauf will er sich damit auch konzentrieren.

Reese bevorzugt die Playstation 4. Zu den Funktionen, auf die er sich besonders freut, gehört ein energiesparender Standby-Modus, mit dem man eine Pause beim Spielen einlegen kann, ohne das Gerät auszuschalten, sowie die Funktionen, die sich durch die Internetfähigkeit mit der Zeit noch weiterentwickeln werden, darunter Streaming-Spiele. „Diese Technologie ist klasse", sagt er. (Von IAN SHERR, WSJ.de/DerStandard.at 17.11.2013)