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Ex-Mobilfunker mit grün-weißem Herz: Michael Krammer

Foto: apa/techt

Schon einmal hat Michael Krammer dem SK Rapid sein grün-weißes Herz bewiesen. 2008 fädelte er als damaliger Orange-Chef einen einträglichen dreijährigen Sponsorenvertrag für den "roten" Fußballverein ein. Jetzt wird sich der der schwarzen Reichshälfte Nahestehende mit Leib und Seele fürs Wohl der Hütteldorfer einsetzen. Als neuer Präsident tritt er in die Fußstapfen des langjährigen Fußballklub-"Papas" Rudolf Edlinger.

Auch wenn der Anpfiff für seine neue Aufgabe erst am Montagabend erfolgt, so viel steht jetzt schon fest: Ein leichtes Spiel wird es für den hochgewachsenen 53-jährigen Wiener mit stets gepflegtem Haarschnitt nicht. Finanziell ist der Verein ausgelaugt, die Entscheidung über die Zukunft des Hanappi-Stadions drängt.

Doch wer Krammer kennt, weiß: Dahinvegetieren geht bei ihm nicht. Disziplin und Kampfgeist hat er von seinem ersten Beruf als Bundesheer-Offizier in alle weiteren Karrierestationen mitgenommen - vom ÖAMTC, über Max Mobil und Telering bis hin zu Orange. Er mache etwas mit vollem Engagement, oder er lasse es, sagte er einmal in einem Interview.

Das große Motivationstalent, das ehemalige Mitarbeiter ihm bescheinigen, wird er bei der erforderlichen Reform des Traditionsvereins, in dem sich nicht alle Manager immer grün sind, brauchen. Seine Eigenschaft, anderen aufmerksam zuhören zu können und strategisch klug zu handeln, nicht minder. Ebenso wie seine Managementphilosophie: Ehrlichkeit schafft Vertrauen, und Vertrauen verpflichtet.

Das alles wäre aber unbedeutend, wenn das Wesentliche für einen Rapid-Präsidenten nicht durch die Adern des leidenschaftlichen Ausdauersportlers flösse: Begeisterung und tiefe Verbundenheit für und zu den Grün-Weißen. Seit er zur Erstkommunion eine Karte für das Cupfinale 1968 gegen den GAK bekam, ist er ein "emotionaler" Rapid-Fan.

Auch, wenn er politisch im bürgerlichen Lager angesiedelt ist, wird dem Oldtimerbastler nachgesagt, ein hemdsärmliger und so bodenständiger Mensch zu sein, dass er es vorziehe, zwei Klassen unter seinem Gehaltsniveau zu leben. Als Präsident wird Krammer, der seit seinem Rückzug aus Orange durch die "3"-Übernahme als Berater selbstständig ist, ehrenamtlich für den Verein arbeiten. Krammer ist Vater dreier Kinder. Mit seiner Tochter aus zweiter Ehe ist er regelmäßig im Hanappi-Stadion anzutreffen. (Karin Tzschentke - DER STANDARD, 18.11. 2013)