Pjöngjang/Peking/Seoul - Beim Versuch, nach Südkorea zu gelangen, sind mindestens 13 Nordkoreaner in der chinesischen Grenzstadt Kunming festgenommen worden. Die Gruppe habe einen Bus in einen südostasiatischen Staat nehmen wollen, als sie verhaftet worden sei, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf Menschenrechtsaktivisten. Den Flüchtlingen droht nun die Rückführung nach Nordkorea und eine harte Bestrafung.

Der Bericht werde überprüft, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums, das für Grenzfragen zuständig ist. Laut Yonhap sollen die Flüchtlinge versucht haben, Geld aufzutreiben, um Schleuser für den Grenzübertritt zu bezahlen.

Abschiebung und Gefängnis

China betrachtet Menschen, die aus dem kommunistischen Nordkorea ins Land kommen, nicht als politische Flüchtlinge sondern als Wirtschaftsflüchtlinge und schiebt sie in ihre Heimat ab. Dort drohen ihnen Gefängnisstrafen.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten sind nach Schätzungen 25.000 Nordkoreaner vor Hunger und Unterdrückung nach Südkorea geflüchtet. Seit Kim Jong-un Ende 2011 die Macht in Pjöngjang übernommen hat, werden die Grenzen offenbar noch schärfer kontrolliert. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Flüchtlinge, die es nach Südkorea schafften, um mehr als 40 Prozent auf 1.508 gesunken. (APA, 18.11.2013)