Madrid - Die faulen Kredite bei Spaniens Banken haben einen neuen Höchststand erreicht. Im September stieg der Anteil von Darlehen mit hohem Ausfallrisiko auf 12,68 (12,14) Prozent, wie die spanische Zentralbank am Montag in Madrid mitteilte. Der Wert dieser faulen Kredite belief sich demnach im September auf knapp 190 Mrd. Euro.

Die spanischen Banken sitzen auf zahlreichen Immobilienkrediten, die wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden. Spanien richtete im vergangenen Jahr deshalb auf Druck der EU hin eine sogenannte Bad Bank namens Sareb ein. Sie übernimmt nach und nach faule Kredite und verkauft sie an Investoren. Vier von der Krise besonders stark betroffene und inzwischen verstaatlichte Banken übertrugen am 31. Dezember 2012 ihre problematischen Darlehen an die Sareb.

Die neuen Zahlen der Zentralbank zeigen, wie anfällig der spanische Bankensektor nach wie vor ist. Die Regierung in Madrid hatte am Donnerstag angekündigt, dass Spanien den Euro-Rettungsschirm im Jänner verlassen wird. Das Land hatte im vergangenen Jahr ein Hilfsprogramm zur Rekapitalisierung seines maroden Bankensektors beantragt. Von den bereitgestellten 100 Mrd. Euro nahm Madrid rund 40 Mrd. Euro in Anspruch. Die spanischen Banken hatten jahrelang großzügig Kredite vor allem für den Bau von Wohnungen und Büroräumen vergeben. In der Finanzkrise 2008 platzte die Immobilienblase. (APA, 18.11.2013)