Washington - Vor der Fortsetzung der Atomgespräche mit dem Iran sucht US-Außenminister John Kerry, Israel zu beruhigen. Die Gespräche in Genf würden für "Israel keinerlei zusätzliche Risiken" bedeuten, sagte Kerry am Montag in Washington. Kerry regierte auf massive Kritik von Israels Premier Benjamin Netanyahu. Dieser hatte eine diplomatische Offensive gegen einen "schlechten Handel" im Atomstreit angekündigt.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland wollen am Mittwoch die Gespräche mit dem Iran fortsetzen. Die Verhandlungen waren am 10. November trotz Fortschritten ohne Einigung vertagt worden.

Netanyahu hat am Dienstag in der "Bild"-Zeitung die Weltmächte erneut vor einer Lockerung der Sanktionen gegen den Iran im Streit um dessen Atomprogramm gewarnt. Man dürfe jetzt kein schlechtes Geschäft eingehen, sagte Netanyahu. Den derzeitigen Plänen der fünf UN-Vetomächte und Deutschland zufolge müsse der Iran im Gegenzug für eine Lockerung der Sanktionen nichts von seinen Fähigkeiten zur Herstellung von spaltbarem Material für Atombomben aufgeben.

Notwendig sei aber, dass der Iran seine Zentrifugen und seinen Plutonium-Reaktor abbaue. "Wenn sie sich weigern, müssen die Sanktionen verschärft werden." Wenn man dem Iran nicht die Fähigkeit zur Bestückung von Raketen mit Atomsprengköpfen nehme, würden diese eines Tages auch auf deutsche Städte gerichtet sein. (APA, 19.11.2013)