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Bürgermeister Ford bei der Gemeinderatssitzung am Montag.

Foto: AP/The Canadian Press, Chris Young

Toronto - Nach seinem Drogengeständnis bleibt Torontos Skandalbürgermeister Rob Ford zwar vorerst im Amt, verliert aber die meisten seiner Machtbefugnisse. Der Stadtrat von Kanadas größter Stadt beschloss am Montag in einer tumultartigen Sitzung, diese würden auf Fords Stellvertreter Norm Kelly übertragen. Ford trägt noch den Titel des Bürgermeisters, darf aber beispielsweise nicht mehr dem Stadtrat vorsitzen und die Tagesordnung festlegen.

Zudem verliert Ford einen Teil seines Personals, das nun für Kelly arbeitet. Der Beschluss gilt bis November 2014, wenn nach den Wahlen ein neuer Stadtrat eingesetzt werden wird.

Ford hatte nach hartnäckigem Leugnen gestanden, das Kokainderivat Crack geraucht und jahrelang illegale Drogen gekauft zu haben. Einen Rücktritt lehnte er bisher ab.

 

Robert Ford rastete während der Sitzung aus und stieß eine Stadträtin zu Boden. Später entschuldigte er sich dafür.

"Moderner Staatsstreich"

Seine Entmachtung durch den Stadtrat nannte er nun einen "modernen Staatsstreich" und kündigte an, er werde vor Gericht ziehen. "Sie haben soeben Kuwait angegriffen", sagte der Bürgermeister wütend in Anspielung auf die Invasion des arabischen Landes durch irakische Truppen 1990. Damals hatte sich eine internationale Koalition unter Federführung der USA gebildet, um Kuwait zu befreien. (APA, 19.11.2013)