Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verlor um 32,13 Einheiten oder 1,04 Prozent auf 3.049,17 Zähler.

Marktteilnehmer begründeten die Abschläge vorwiegend mit Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Anstieg. Belastet habe aber auch die Unklarheit über Zeitpunkt und Umfang einer möglichen Straffung der bis dato sehr lockeren US-Geldpolitik, hieß es. In der Nacht auf Mittwoch steht noch eine Rede des aus dem Amt scheidenden US-Notenbankchefs Ben Bernanke noch auf der Agenda.

Zudem hat der an den Märkten viel beachtete Großinvestor Carl Icahn Bedenken vor einem zu großen Engagement an den Börsen geäußert. Er sei derzeit bei Aktien sehr vorsichtig, sagte Icahn am Montag und trübte damit das Sentiment an den internationalen Aktienmärkten.

Nur wenig Impulse lieferten die am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten: So hat sich die Stimmung deutscher Finanzexperten im November weiter verbessert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen verglichen mit Oktober um 1,8 Punkte auf 54,6. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2009. Die Markterwartungen von 54,0 Zählern wurden übertroffen. In den USA sind die Arbeitskosten im dritten Quartal etwas schwächer als erwartet gestiegen, war am Nachmittag bekannt geworden.

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte Abschläge auf breiter Front. Zu den größten Verlierern zählten Aktien aus dem Bau-Sektor, Banken und Versorger. Klar schwächer tendierten im Bau-Sektor Saint Gobain mit einem Abschlag in Höhe von 2,14 Prozent. Auch Vinci verloren deutlich und bauten ein Minus von 2,22 Prozent.

In London zogen die Titel von Easyjet mit plus 7,09 Prozent deutlich nach oben. Der Billigflieger hatte für das Geschäftsjahr 2012/13 einen Rekordgewinn ausgewiesen und eine Sonderdividende angekündigt.

Die Aktionäre des finnischen Telekommunikationskonzerns Nokia haben den Verkauf der Handysparte an den US-Softwarekonzern Microsoft abgesegnet. Sie stimmten am Dienstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mit einer großen Mehrheit von 99,7 Prozent für den Verkauf. Nokia-Aktien zeigten sich um 3,0 Prozent tiefer.

In Frankfurt büßten die Aktien von K+S knapp 3,3 Prozent ein, nachdem die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität gesenkt hatte. Daimler zeigten sich mit minus 0,32 Prozent leichter. Mit einer Investition von 625 Millionen Euro ist Daimler bei seinem chinesischen Partner eingestiegen. Daimler-Chef Dieter Zetsche unterzeichnete die Kooperationsvereinbarung mit der Übernahme von zwölf Prozent an Beijing Motor (BAIC), dem Pkw-Arm von Beijing Automotive (BAIC), am Dienstag in Peking. (APA, 19.11.2013)