Leipzig - Russland hat einige von deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg geraubte Bücher zurückbekommen. Die Werke befanden sich Jahrzehnte lang im Besitz der Familie von der Schulenburg. Nun kehren die 125 Bände nach Schloss Pawlowsk bei St. Petersburg zurück. Am Montag übergab Stephan Graf von der Schulenburg die Bücher mit dem Eigentumszeichen des Staatlichen Museums Pawlowsk bei einem Festakt in Leipzig an den Hauptkustos des Schlossmuseums, Alexej Gusanow.

Darunter ist auch eine 30-bändige Lessing-Ausgabe von 1771. Mit der Rückgabe kämen 70 Jahre Irrwege wieder ins Lot, sagte von der Schulenburg. "Es ist der Versuch einer Wiedergutmachung."

Deutsche Sonderkommandos hatten Tausende Bände aus Schloss Pawlowsk geraubt. Einige davon hatte der ehemalige Botschafter in Moskau, Friedrich Werner Graf von der Schulenburg geschenkt bekommen. Er gehörte später zum Kreis der Widerstandskämpfer und wurde nach dem gescheiterten Hitler-Attentat 1944 hingerichtet.

Die Bücher befanden sich in der Bibliothek von Burg Falkenberg in der Oberpfalz und wurden mit der Burg in der Familie weitervererbt. Als die Familie 2013 von der Herkunft der Bücher erfuhr, entschloss sie sich zur Rückgabe. (APA, 19.11.2013)