Wien - Wiener Forschern ist es gelungen, ein Protein zu aktivieren, das die Fettverbrennung ankurbeln kann.  Die Wissenschafter entdeckten dafür eine Substanz, die auf das Protein UCP1 im braunen Fettgewebe einwirkt. Die im Fachjournal "Plos One" veröffentlichten Ergebnisse könnten einmal für die Behandlung der Fettleibigkeit genutzt werden, hoffen die Forscher.

Das Protein UCP1 kommt ausschließlich im braunen Fettgewebe vor. Bis vor einigen Jahren dachte man, dass nur Babys und Winterschläfer dieses Fettgewebe besitzen. Mittlerweile weiß man, dass auch Erwachsene, bei denen weißes Fettgewebe den Hauptanteil des Körperfetts ausmacht, kleine Inseln von braunem Fettgewebe haben. Daher interessieren sich die Wissenschafter für UCP1 - könnte man es regulieren, könnte man vielleicht auch die Fettverbrennung ankurbeln.

Ein Aldehyd aktiviert UCP1

Elena Pohl von der Abteilung für Physiologie und Biophysik an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und ihre Kollegen haben in einem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt verschiedene Substanzen getestet, die UCP1 aktivieren können. Eine davon, ein Aldehyd (HNE), erwies sich in einem selbst entwickelten System - eine künstlich hergestellte Doppel-Lipidschicht, die natürlichen Zellmembranen entspricht - in Kombination mit Fettsäure als stark aktivierend. Die Wissenschafter konnten auch zeigen, dass die Kombination von HNE und Fettsäure potenziell in der Lage ist, die schädliche Wirkung freier Sauerstoffradikale zu minimieren.

Die Forscher wollen ihre Untersuchungen nun auf verschiedene Aldehyde und andere UCPs - es gibt fünf verschiedene Arten, deren Funktion noch nicht restlos geklärt ist - ausdehnen. "In weiterer Folge können dann entsprechende Therapien zu verschiedenen Erkrankungen entwickelt werden", so Pohl in einer Aussendung der Uni. (APA/red, derStandard.at, 23.11.2013)