Eisenstadt - Der 30-Jährige, der im Verdacht steht, der Vater jenes Kindes zu sein, das seine zwölfjährige Stieftochter zur Welt gebracht hat, wurde schon 2011 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Das Urteil wurde allerdings wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Im Jänner 2013 dann die erneute Verurteilung: drei Jahre unbedingt plus zwei Monate durch Aufleben einer bedingter Strafe. Heute, Donnerstag, oder Freitag wird am Oberlandesgericht endgültig über das Strafausmaß entschieden.

Währenddessen arbeitet die Staatsanwaltschaft an seinem nächsten Missbrauchsverfahren, das sich auf einen Vorfall bezieht, der sich unmittelbar nach seiner Verurteilung begeben haben soll. Kommende Woche, hofft Magdalena Wehofer, die Sprecherin der Eisenstädter Staatsanwaltschaft, wird das Gutachten vorliegen, ob er der Vater des Kindes seiner zwölfjährigen Stieftochter ist.

Diese befindet sich mit dem Neugeborenen in einem Spital. Wo genau, will man aus einsichtigen Gründen nicht sagen. Wie lange, das ließe sich aber nicht sagen, erklärt die leitende Sozialarbeiterin des Burgenlandes, Bettina Horvath. "Das eine ist die medizinische Seite, das andere ist die Organisation einer guten Unterbringung, die Zeit braucht."

Zeit, die vor allem auch die Zwölfjährige benötigt, sich in ihrer Mutterrolle zu orientieren. Sie wird jedenfalls bei allen Entscheidungen - "die werden wir als Jugendwohlfahrtsträger und auch als Obsorge-Berechtigte für das Baby treffen" - eingebunden. "Es wird mit dem Mädchen besprochen, es wird versucht, seine Wünsche zu berücksichtigen."

Auch die über den Kontakt zur Mutter, gegen die gleichfalls als Beschuldigte ermittelt wird. Und die das aktenkundige Vorleben ihres etwas jüngeren Lebensgefährten nicht zur Kenntnis nehmen wollte, mutmaßlich zum Schaden der Tochter. "Wenn das Mädchen Kontakt zur Mutter wünscht, werden wir das in einem geschützten Rahmen ermöglichen." Die beiden jüngeren Geschwister - eines vier, eines ein Säugling, beide Kinder des Verdächtigen - sind bei Pflegefamilien untergebracht. (wei, APA/DER STANDARD, 21.11.2013)