Wien - Ein anlässlich der Schlacht von Würzburg im Jahre 1796 angefertigtes Hinterglasbild von einem Kriegs- bzw. Beobachtungsballon kann 44 Jahre nach seinem Diebstahl aus dem Heeresgeschichtlichen Museum Wien wieder gezeigt werden. Wie es in einer Aussendung heißt, wurde das Werk bei einer Wohnungsauflösung in Deutschland gefunden.

In der Schlacht von Würzburg während des Ersten Koalitionskrieges (1792-1797) verwendeten die Franzosen ein modernes Kriegsmittel - einen Kriegs- bzw. Beobachtungsballon. Dieser "Intrepide" ("Der Furchtlose") wurde damals von den Österreichern erbeutet. Nach kurzer militärischer Eigennutzung wurde der Ballon den kaiserlichen Sammlungen einverleibt und ist heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ausgestellt. Laut Angaben des Hauses gilt er heute als das älteste noch erhaltene militärisch genutzte Luftfahrzeug.

Zum historischen Ereignis der Schlacht ist eine einzige zeitgenössische Darstellung aus dem Jahr 1796 bekannt, welche eben diesen Ballon bei der Belagerung von Würzburg im Einsatz zeigt. Bei diesem Hinterglasbild handelt es sich um eine Gelatinevergoldung mit Ritztechnik. Als Teil der Dauerausstellung wurde die Goldglassilhouette ab den 1930er Jahren neben dem Ballon gezeigt. Am 12. April 1969 gelang es Unbekannten, dieses Werk zu entwenden. Sämtliche damals sofort eingeleiteten Maßnahmen blieben ergebnislos.

Identifizierung eindeutig belegt

Im Rahmen einer Wohnungsauflösung wurde ein deutsches Auktionshaus im heurigen Frühjahr mit der Verwertung entsprechender Kunstwerke betraut. Darunter befand sich auch besagte Goldglassilhouette, deren Identifizierung durch die Abnahme des Rahmens eindeutig belegt werden konnte - neben der Inventarnummer wurde auch der Eigentumsstempel des Heeres(geschichtlichen)Museums sichtbar.

"Nach Gesprächen mit dem Auktionshaus sowie mit dem Einbringer, gelang es der Direktion des Museums gegen eine geringe Aufwandsentschädigung das Stück wieder heil nach Wien zurück zu bringen", heißt es in der Aussendung. Sowohl den Namen des unbeteiligten Verkäufers als auch das Auktionshaus wolle man aus Datenschutzgründen nicht nennen, heißt es im HGM auf Nachfrage. Nun wird es - "bestens abgesichert" - wieder den Besuchern des Heeresgeschichtlichen Museums in der Dauerausstellung präsentiert. (APA, 21.11.2013)