Tripolis - Die Libyer ziehen Konsequenzen aus dem Blutbad mit Dutzenden Toten, das Milizionäre vergangene Woche unter Demonstranten angerichtet hatten. Am Donnerstag übergaben zwei Milizen aus der westlichen Stadt Sintan ihre Stützpunkte in der Hauptstadt Tripolis an Einheiten der regulären Armee. Am vergangenen Dienstag hatten die letzten Milizen aus der Stadt Misrata Tripolis verlassen.

"Das ist ein positiver Schritt", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nach der feierlichen Übergabezeremonie auf dem Jarmuk-Stützpunkt. Milizionäre aus Misrata hatten in Tripolis am vergangenen Freitag das Feuer auf Demonstranten eröffnet, die gegen die Präsenz der Milizen in der Stadt protestiert hatten. Sie töteten 47 Menschen. Der Stadtrat von Tripolis forderte die Milizen daraufhin auf, gemäß der Beschlüsse des Parlaments die Stadt zu verlassen.

Die Kämpfer aus Misrata und Al-Sintan hatten im August 2011 entscheidend zum Sieg der Aufständischen über die Truppen des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi in Tripolis beigetragen. Viele von ihnen kehrten nach Kriegsende ins zivile Leben zurück, andere behielten ihre Waffen und blieben in der Hauptstadt.

Die Machenschaften der bewaffneten Ex-Revolutionäre sind das größte Problem, das die Regierung von Ministerpräsident Ali Zeidan zu bewältigen hat. Die Libyer sollen demnächst über eine Verfassung abstimmen. Unter Gaddafi hatte es weder eine Verfassung noch ein Parlament gegeben. (APA, 21.11.2013)