Die Vorarlberger gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi) will die Zahl der jährlichen Wohnungsfertigstellungen weiter erhöhen und dabei den eingeschlagenen Weg der Expansion in den ländlichen Raum beibehalten. Man habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Kommunen außerhalb der Ballungszentren besucht und die Vorteile neuer Wohnanlagen präsentiert, so Vogewosi-Aufsichtsratsvorsitzender Günter Lampert am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Im Herbst 2012 sei etwa in Göfis (Bezirk Feldkirch) die erste gemeinnützige Mietwohnanlage der Vogewosi fertiggestellt worden, mit weiteren 18 Gemeinden sei man im Gespräch.

 

Grundstücke vorhanden

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hatte am Dienstag erklärt, dass in Vorarlberg bis 2018 rund 2.500 neue gemeinnützige Wohnungen entstehen sollen, im Schnitt 500 pro Jahr. 2012 übergab die Vogewosi 152 Wohnungen an deren Bewohner, 73 Wohnungen befanden sich zum Ende des Vorjahres im Bau.

Die eingeleitete Offensive werde 2015 und 2016 zu einem deutlichen Anstieg an neuen Wohnungen führen, so Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz, der am Freitag eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2012 gezogen hat. Er präsentierte einen Bilanzgewinn von 4,33 Millionen Euro (2011: 3,92 Mio.), das Eigenkapital wurde um knapp 5,3 Prozent auf 162,1 Mio. Euro gesteigert. Die Zahl der Bauvorhaben wurde schon 2013 stark erhöht.

Für künftige Projekte stünden im ganzen Land Grundstücke im Ausmaß von etwa 200.000 Quadratmeter und einem Wert von 23,7 Millionen Euro zur Verfügung, erklärte der Geschäftsführer. "Mit diesen Grundstücksreserven sind wir in der Lage, sehr schnell neue Wohnungen zu bauen und kostengünstig zu finanzieren", sagte Lorenz. Er verwies dabei auch auf den hohen Eigenfinanzierungsanteil der Vogewosi, was stabile Mieten garantiere. 2012 lag der durchschnittliche Mietpreis bei 4,29 Euro pro Quadratmeter (2011: 4,18 Euro).

Zufrieden mit neuer Wohnbauförderung

Sehr positiv bewertet wurden von Lorenz die neu gestalteten Richtlinien der Wohnbauförderung. Das neue Sockelsystem mit Bonusstufen bringe eine klare Verbesserung für den gemeinnützigen Bereich. Nachdem nun auch Alternativen zum bisher verpflichtenden Passivhausstandard etwa in Form von Niedrigstenergiehäusern möglich seien, könne man mitunter beträchtliche Kosten einsparen, aber dennoch einen hohen Grad an Energieeffizienz beibehalten. Als Kostentreiber identifizierte Lampert "die Flut an Vorschriften und Önormen", hier müsse eine Vereinfachung kommen. Eine weitere Sparmöglichkeit sah Lorenz in der Erhöhung der Baunutzungszahlen.

Die Vogewosi verwaltete 2012 nach eigenen Angaben 16.010 Wohnungen (2011: 15.848), darunter 13.405 Mietwohnungen (2011: 13.282). Es wurden 87 Mitarbeiter beschäftigt. (APA/red, derStandard.at, 21.11.2013)