Wien - An die 100 ORF-Redakteure befragen über Stunden einen Unternehmenschef - ihren eigenen: Alexander Wrabetz steht Freitag, 10.30 Uhr, vor einer Interview-Sonderprüfung. Der Redakteursausschuss des öffentlich-rechtlichen Senders lädt den ORF-General zu seiner halbjährlichen Tagung.

Themen gibt es reichlich: bisher ausbleibende Gebührenabgeltung, Sparvorgaben, Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag (die der Betriebsrat führt), viele Radioleute wollen nicht aus dem Funkhaus auf den Küniglberg.

Die Ö1-Redakteure sehen sich am Limit und fordern einen Senderchef, der nicht "willfährig" weiter kürzt. Mit einer Resolution des Redakteursausschusses ist zu rechnen. Wie zuletzt der Redakteursrat dürfte die größere Journalistengvertretung im ORF finanzielle Absicherung von Qualität und Unabhängigkeit fordern. Und ihren Widerstand gegen "Begehrlichkeiten, egal von welcher Partei" unterstreichen. Am 12. Dezember wählen die ORF-Journalisten wieder ihre Redakteurssprecher.

Favoriten für Ö1 laut STANDARD von Donnerstag: Peter Klein (Feature/Hörspiel), Ulrike Wüstenhagen (Ö1 Administration) und Kurt Reissneger (früher "Gehört"- und Wrabetz' Bürochef) (fid, DER STANDARD; 22.11.2013)