So recht hat der Steirer in Wien an den Steirer in Hollywood ja nicht mehr geglaubt, wie der zwiespältigen Berichterstattung in der Sonntags-"Krone" zu entnehmen war, und damit war er in guter Gesellschaft. Dem ihm dort zugesprochenen Thron eines Kaisers von Kalifornien ist Schwarzenegger auf den Spuren von Luis Trenker und Ronald Reagan damit immerhin ein wenig näher gekommen, auch wenn das Kleinformat kein Wort darüber verlor, dass ungefähr noch dreihundert Persönlichkeiten mit zum Teil ähnlich interessanten Qualifikationen für das Gouverneursamt kandidieren wollen. Sogar Politiker sind darunter. Aber auch eine Pornodarstellerin, die Kaliforniens klamme Kassen durch eine Besteuerung von Brustimplantaten auffüllen will, oder der Herausgeber des viel angesehenen Pornomagazins "Hustler", der dasselbe mit der Aufstellung von mehr Glücksspielautomaten er- reichen möchte. Arnold Schwarzenegger hat noch keinen ähnlich seriösen Sanierungsplan vorgelegt, was ihn als Genie der Werbung in eigener Sache ausweist. Das schrille Spektakel wird von Sorgen um die US-Demokratie begleitet, jedenfalls von der "Presse", die für diese Abwertung einer durch die Beteiligung Schwarzeneggers geadelten Wahlkampagne bisher aber keine anderen Belege beibringen konnte als die Behauptung, bei den Kandidaten handle es sich um einen bunten Haufen, und den Umstand, dass Arnie seine Entscheidung in der nächtlichen Fernsehshow des Komikers Jay Leno bekannt gab. Das sagt gar nichts, es war nun einmal die "Krone", die - auf ihre spektakuläre Art - die Kandidatur ihres Idols schon Tage zuvor bekannt gegeben hat. Sorgen um die US-Demokratie erscheinen daher zurzeit unangebracht. Sorgen über so manches, was sich bei uns abspielt, indes umso angebrachter. So etwa der unverhohlene Antisemitismus, den der Astrologe mit einschlägiger Vergangenheit, Heinz Fidelsberger, im Blatt des "Krone"-Kolumnisten Andreas Mölzers pflegen darf. In einer der Sommer-Nummern von "Zur Zeit" machte er sich so seine Gedanken über einen Neubau Europas ohne Gott und wie halt alles an alten Werten den Bach hinuntergeht. Buchstäblich alles. Zu den offenkundigen Veränderungen des menschlichen Lebens gehörte die Freigabe der Pornographie anfangs der 60er Jahre, die "Pille" und damit die Befreiung von Ängsten ungewollter Schwangerschaft sowie das Aufkommen schamlosester Libertinage, das Farbfernsehen, das Auto als wichtigster Bestandteil des Lebens überhaupt und die Möglichkeit, überall hin zu reisen. Vom Motto "Reisen bildet" scheint der Sterndeuter nicht viel zu halten, schon gar nicht vom Reisen mit dem Auto. Und nur kein Reisefilm im Farbfernsehen! Kein Wunder, wenn in der Folge das Tier im Menschen triumphiert. Schließlich kam die Freigabe der Abtreibung, für die man das niedliche Wort "Fristenlösung" erfand. Die ganze Ungeheuerlichkeit, werdendes Leben komplikationslos vernichten zu dürfen - wo man doch mit einigen Komplikationen die Ängste vor ungewollter Schwangerschaft tadellos nähren könnte -, musste ja vor allem in der heranwachsenden Jugend zur Unfähigkeit führen, über das rein Animalische hinweg zu einer Weltanschauung zu gelangen. Nicht zu irgendeiner - zur richtigen. Und schleichend, fast unbemerkt - nur Fidelsberger und Konsorten wachen - begann sich die Sprache zu verändern. Worte verschwanden, kommen im üblichen Sprachgebrauch kaum mehr vor. Worte wie Heimatliebe, Vaterland, Gottesfurcht, Pflichtgefühl, Verantwortung, Ehre, Redlichkeit, Arbeitsfreude, Genügsamkeit, Ehrlichkeit und andere Moralbegriffe. Dafür findet man das Wort "Sex" fast auf jeder Seite der Medien. Und wer ist schuld? - Genau. Oberflächlich betrachtet, würde man hier den "Zeitungen" der gesamten Mediokratie die Schuld geben. Doch gerade diese Diktatur und Lenkung der Gedanken hat - genau besehen - ganz andere, wirklich furchtbare Ursachen. So ein Glück - ein Mediokrat wie unsereiner kann also noch einmal aufatmen. Anno 1923 finanzierte der jüdische Getreidehändler Felix Weil das "Institut für Sozialforschung" mit den marxistischen Intellektuellen Horkheimer und Pollok. Sie wollten die geistigen Grundlagen für einen Sturz der deutschen Regierung und die Errichtung eines Rätestaates schaffen. Aus diesem Institut entwickelte sich dann über Umwege, auch in Zusammenarbeit mit Sigmund Freud, die spätere "Frankfurter Schule". Ausnahmslos alle Mitarbeiter bis hin zu Adorno waren Juden. Darüber wird sich niemand wundern: Konrad Lorenz sprach von einer wirklich satanischen Indoktrinierung, die sich wie eine Seuche ausbreitet. Verwunderlicher freilich ist, wie Fidelsberger dezent aus dem Jahr 1923 in das Jahr 1946 überleitet. Was taten die Träger des Institutes? Statt unverdrossen am Sturz der deutschen Regierung zu arbeiten, kamen sie schon am 16. Oktober 1946 aus den USA nach Deutschland zurück und erhielten in der Frankfurter Universität die entsprechenden Lehrstühle, vermutlich für Regierungssturz und Rätestaatsgründung. Und bis heute weiß niemand, warum sie sich von 1933 bis 1945 im Ausland herumtrieben. Vermutlich waren sie auf Reisen und haben von dort das Farbfernsehen eingeschleppt. (DER STANDARD, Printausgabe, 8.8.2003)