New York - Ein US-Geschworenengericht hat die Nachrichtenagentur AFP und ihren US-Partner Getty Images in einem Urheberrechtsstreit um Fotos von den Erdbebenfolgen in Haiti vor knapp vier Jahren zu einer Entschädigung von 1,22 Millionen Dollar (rund 900.000 Euro) verurteilt. Die Geschworenen kamen am Freitag in New York zu dem Ergebnis, dass AFP acht Fotos des haitianischen Fotografen Daniel Morel im Wissen um die Verletzung seiner Urheberrechte verbreitet haben. Beide Seiten behielten sich weitere juristische Schritte vor.

Morel hatte die Fotos nach dem Erdbeben vom 12. Jänner 2010 mit etwa 250.000 Toten aufgenommen. AFP übernahm die Bilder aus einem Profil unter dem Namen Lisandro Suero im Onlineportal TwitPic, wo sie ohne Hinweis auf Morel und ohne Beschränkungen zur Weiterverbreitung veröffentlicht worden waren. Den Vorwurf der bewussten Urheberrechtsverletzung wies die Agentur daher im Prozess zurück.

Nach Bekanntwerden der Urheberschaft Morels versuchte AFP, den Fotografen zu kontaktieren und die Bilder zu kaufen. Zudem lieferte die Agentur ihren Kunden den Namen Morels nach. Als AFP schließlich von der Fotoagentur Corbis darüber in Kenntnis gesetzt wurde, das diese sämtliche Rechte an den Bildern besitze, wurden die Fotos aus dem Angebot genommen und die Kunden unterrichtet. (APA, 23.11.2013)