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Tausende Demonstranten zogen auch am Mittwoch durch das Regierungsviertel. Sie verwehrten Beamten den Zutritt zu den Ministerien, um diese lahmzulegen.

Foto: epa/walton

Die Protestwelle gegen die Regierung in Thailand hat am Mittwoch auf weitere Landesteile übergegriffen. In Bangkok wurden mehrere Regierungsgebäude besetzt, aber auch im Süden belagerten Demonstranten rund 25 Provinzrathäuser, insbesondere auf der Ferieninsel Phuket. "Auch wenn die Regierung zurücktritt, werden wir nicht aufgeben", sagte Oppositionsführer Suthep Thaugsuban. "Wir stoppen erst, wenn die Macht in den Händen des Volkes liegt."

Er rechne mit einem "Sieg" der Opposition innerhalb weniger Tage, sagte Suthep weiter. Gegen den ehemaligen Vize-Regierungschef war am Dienstag Haftbefehl erlassen worden. Er war unter den Demonstranten, die am Montag das Finanzministerium gestürmt hatten. Die Regierung ist inzwischen weitgehend gelähmt. Am Mittwoch besetzten die Demonstranten einen wichtigen Regierungskomplex im Norden der Hauptstadt und erzwangen die Evakuierung einer Abteilung des Justizministeriums.

Umstrittener Amnestieplan

Die Opposition hatte ihre Anhänger als Reaktion auf einen umstrittenen Amnestieplan der Regierung mobilisiert. Sie begehrt gegen Regierungschefin Yingluck Shinawatra und ihren Bruder Thaksin auf - den schwerreichen Ex-Ministerpräsidenten, der 2006 vom königstreuen Militär gestürzt und später wegen Korruption verurteilt worden war.

Die Demonstranten fürchten, dass der im Exil in Dubai lebende Thaksin infolge einer Amnestieregelung unbehelligt nach Thailand zurückkehren könnte und die Macht wieder an sich reißt. Zwar wurde das von der Regierung gewünschte Gesetz vom Senat kürzlich gestoppt, doch dauern die Massenproteste seit Tagen an.

Suthep und seinen Anhängern geht es dabei um mehr als den Sturz der Regierung, sie wollen auch die Demokratie einschränken. Am Dienstag hatte Suthep die Einrichtung einer nicht gewählten Verwaltung für das Land gefordert: "Wenn wir das Thaksin-Regime zerstören, werden wir einen Volksrat mit Mitgliedern aus allen Sektoren gründen", erklärte er. Dieser Volksrat solle dann den Ministerpräsidenten und sein Kabinett einsetzen.

Die Protestwelle ist die heftigste in Thailand seit Frühjahr 2010. Damals waren bei der Niederschlagung wochenlanger Demonstrationen von Thaksin-Anhängern gegen die damalige Regierung mehr als 90 Menschen getötet und etwa 1900 Menschen verletzt worden. (APA, 27.11.2013)