Die Mariahilfer Straße ist leer, die Gassen in der Umgebung nicht ganz. (Foto: Gugerell/Wikimedia (Public Domain))
Foto: Gugerell/Wikimedia (Public Domain)

Wien – "Das Ziel der Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße ist erreicht worden", sagte die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch vor Journalisten. Seit Juni dieses Jahres fahren täglich zwischen 2.300 und 3.800 Fahrzeuge weniger in der im August eingeführten Begegnungszone. Das ist das Ergebnis der Verkehrsmessungen, die an jeweils einem Tag im Juni, September und Oktober 2013 rund um die Einkaufsstraße durchgeführt wurden.

Dabei wurden sieben Stunden lang Messungen an 45 Punkten während der Verkersspitzenzeiten am Vormittag zwischen sechs und neun Uhr und am Nachmittag zwischen 15 und 19 Uhr durchgeführt. Dass lediglich an elf Stellen signifikant, also über zehn Prozent, mehr Fahrzeuge verzeichnet wurden, verbucht Vassilakou als "Erfolg". Dennoch werde gemeinsam mit den Bezirksvertretern und Anrainern aus Neubau und Mariahilf an Lösungen für die noch vorhandenen Verkehrsbrennpunkte gearbeitet.

Fehlfahrten als Grund für mehr Autos

Vor allem in der kurzen Hugo-Wolf-Gasse im sechsten Bezirk zeigt sich ein Problem: Dort fuhren pro Tag statt 286 Autos im Juni 1377 Autos im Oktober. Vassilakou sieht als Grund für diesen drastischen Anstieg viele Fehlfahrten von Autofahrern, die sich noch nicht an die neue Situation rund um die Mariahilfer Straße gewöhnt haben. Das würden die Daten beweisen, wonach von September bis Oktober die Anzahl der Fahrzeuge wieder um 203 Stück rückläufig war. Insgesamt ist der Verkehr im Grätzl rund um die Hugo-Wolf-Gasse allerdings weniger geworden.

Für den Verkehrsexperten Harald Frey von der Technischen Universität Wien sprechen die Zahlen gegen eine Öffnung weiterer Querungen über die Mariahilfer Straße. "Wir befinden uns noch in der Eingewöhnungsphase. Erst die Daten von 2014 werden interessant", sagt Frey. Er rät deshalb noch zu keinen Nachjustierungen am Konzept, da er die Eingewönungsphase abwarten wolle.

Insgesamt nahm die Zahl der Autos über alle Messstellen hinweg um 13.509 Kraftfahrzeuge täglich ab. Das ist eine Abnahme um 6,7 Prozent. Damit liegt der Wert unter den selbst gesteckten zehn Prozent, die als "signifikant" definiert wurden.

Anrainerbefragung

Zum Thema Anrainerbefragung sagte Vassilakou, dass sie gemeinsam mit dem Koalitionspartner SPÖ bald den Termin und die genauen Fragen veröffentlichen will. Die Stadt-VP forderte in einer Aussendung eine "rasche Abstimmung zwischen klaren Alternativen: entweder eine echte Fußgängerzone ohne Buslinie und Radfahrer oder die Mariahilfer Straße in ihrem ursprünglichen Zustand vor der Testphase." (Bianca Blei, Florian Gossy, derStandard.at, 27.11.2013)