Neu-Delhi - Das indische Investigativ-Magazin "Tehelka" ist nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Gründer und Chefredakteur in eine tiefe Krise geraten. Nachdem zahlreiche Journalisten das Magazin in den vergangenen Tagen verließen, trat am Donnerstag auch Redaktionsleiterin Shoma Chaudhury, eine bekannte Feministin, wegen anhaltender Vorwürfe im Umgang mit dem Skandal ab.

In der vorigen Woche war der Gründer und Chefredakteur von "Tehelka", Tarun Tejpal, wegen Vergewaltigung einer jungen Kollegin angeklagt worden. Das Magazin ist dafür bekannt, staatliche Korruption aufzudecken, Politiker bei der Anstachelung zu Unruhen zu überführen und Frauenfeindlichkeit anzuprangern.

Chaudhury erklärte in einem E-Mail an "Tehelka"-Mitarbeiter, ihre Rechtschaffenheit sei infrage gestellt worden, und die Öffentlichkeit habe ihr vorgeworfen, den Vorfall zu vertuschen. "Ich hätte gerne bei 'Tehelka' weiter gemacht, um uns durch diese dunkle Zeit zu führen, doch ich bin nicht sicher, ob meine Anwesenheit 'Tehelka' hilft oder schadet", schrieb sie. (APA, 28.11.2013)