Wien - Schon vor zwei Wochen wurden die Koalitionsverhandlungen über das Kapitel Kunst und Kultur abgeschlossen. Wie die APA berichtete, soll "ein großer Wurf" geglückt sein; Konkretes aber wurde nicht bekannt. Völlig offen ist, wer in welcher Konstellation für Kunst und Kultur zuständig sein wird. Genannt werden immer wieder SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und der Kärntner Kulturlandesrat Wolfgang Waldner (ÖVP), die Mitglieder der Verhandlungsteams waren, sowie Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ).

Bei einer turbulenten Podiumsdiskussion der SPÖ-nahen Gesellschaft für Kulturpolitik am Mittwochabend plädierte jedenfalls das gesamte Podium für eine sichtbare Präsenz: Das Wort "Kultur" müsse im Namen eines Ministeriums auftauchen, meinte Ex-Kunstministerin Hilde Hawlicek; zudem möge bitte eine kunstaffine Person zuständig sein. Gerald Bast, Rektor der Angewandten, wünscht sich ein "Ministerium für Kunst, Kultur und gesellschaftliche Innovation"; einem solchen kann der Regisseur Harald Posch vieles abgewinnen.

Der Autor Robert Menasse schlägt aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre eine Trennung von Kultur und Bildung vor, beide Bereiche sollten aber höchstdotiert sein. Ein eigenes Kunst- und Kulturministerium sei jedoch nur dann sinnvoll, wenn alle Agenden des Bundes (von der Auslandskultur bis zu den Medien) in diesem zusammengefasst werden.

Der Musiker und Gewerkschafter Peter Paul Skrepek redete sich den Frust von der Seele, attackierte den ORF - und erging sich in Zynismen: "Es geht bergab. Darin sind wir gut." Da könnte man ja gleich ein "Kunst- und Verteidigungsministerium" schaffen. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 29.11.2013)