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"Wir geben das Gymnasium nicht auf, da braucht sich niemand Sorgen zu machen."

Foto: APA/Neubauer

ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger beharrt im Interview mit dem STANDARD (Ausgabe vom 30. 11. 2013) auf der Erhaltung der Gymnasien und weist alle Gerüchte zurück, seine Partei sei hier zum Nachgeben bereit. "Wir brauchen das Gymnasium auch in Zukunft. Es ist eine begehrte und erfolgreiche Schulform. Wieso sollte ich das aufgeben? Niemals. Kinder haben unterschiedliche Begabungen und Neigungen, das differenzierte Schulwesen muss erhalten bleiben." Der ÖVP-Chef besteht darauf, das Gymansium sowohl in der Unter- als auch in der Oberstufe in vollem Ausmaß zu erhalten. Spindelegger entgegen anderslautenden Gerüchten: "Wir geben das Gymnasium nicht auf, da braucht sich niemand Sorgen zu machen." Für die ÖVP sei das ein zentraler Punkt in den Verhandlungen. "Ich hielte es für völlig absurd, dass man das Gymnasium jetzt opfert."

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass SPÖ und ÖVP sich auf Schulversuche für eine "Gesamtschule light" mit zweijähriger "Orientierungsphase" nach der Volksschule verständigt hätten.

Sparkurs als "Grundvoraussetzung"

Von der SPÖ fordert Spindelegger das Bekenntnis zu einem strikten Sparplan: "Das muss sein. Ich mach das nicht aus Jux und Tollerei oder um jemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen, aber der Sparkurs ist notwendig, damit wir eine solide Basis haben." Für die kommenden fünf Jahre müsse ein konkreter Plan ausverhandelt und festgeschrieben werden, wie der Sparkurs eingehalten wird. "Es muss im Detail dargestellt werden, wie wir diese 13 Milliarden für den Bund an strukturellem Defizit aufholen können, was wir für Maßnahmen und Reformen setzen, ohne das geht es nicht. Das ist für mich die Grundvoraussetzung, dass wir zu einer Regierungsarbeit kommen."

Ob sich die Koalitionsverhandlungen tatsächlich bis Weihnachten ausgehen, bezweifelt der Vizekanzler: "Ich bin der Meinung, man muss alles ausdiskutieren, das braucht seine Zeit. Ich kann nicht vorweg sagen, es muss unbedingt an diesem Tag die Entscheidung fallen. Es zählt die Qualität, die in diesen Gesprächen erreicht werden konnte." (red, derStandard.at, 29.11.2013)