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Zugegeben: Das Foto ist klischeehaft, dass es gar nicht schlimmer geht...

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London - In Österreichs Kreditinstituten arbeiten 19 Banker, die 2012 mehr als eine Million Euro verdient haben. Die meisten hochbezahlten Banker arbeiteten EU-weit aber in Großbritannien mit der Finanzmetropole London, wo 2.714 Bankangestellte über eine Million Euro verdienten. Mit großem Abstand folgen Deutschland (212), Frankreich (177), Italien (109) und Spanien mit 100 Einkommens-Millionären.

3.529 Banker haben im vergangenen Jahr europaweit mehr als eine Million Euro verdient, das waren um 11 Prozent mehr als 2011, hat die EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA erhoben. Fast drei Viertel der Millionen-Verdiener sind Investmentbanker, in Österreich waren es fünf, ein weiterer hochbezahlter Banker arbeitete im Retail, einer im Asset Management und zwölf in anderen Geschäftsbereichen.

Die Zahlen werfen ein bezeichnendes Licht auf die Verteilung der Finanzmetropolen in Europa. Während in Großbritannien mehr als drei Viertel aller 3.529 hochbezahlten Banker arbeiteten, finden sich unter den ausgewerteten 31 europäischen Ländern auch zehn, wo kein einziger Banker mehr als eine Million Euro verdient hat. Hauptsächlich handelt es sich dabei um ost- und südosteuropäische und die baltischen Länder - mit Ausnahme von Ungarn (9) und Polen (7). Aber auch in Liechtenstein fand die EBA keinen Banker, der mehr als eine Million Euro verdiente. Schweizer Banker wurden nicht berücksichtigt. Österreich spielt mit seinen 19 hochverdienenden Bankern etwa in der gleichen Liga wie Belgien (15), Luxemburg (15), Irland (17) und Schweden (20).

Österreichs bestbezahlte Banker unter Top-Verdienern

Österreichs bestbezahlte Banker verdienten im Schnitt 1,8 Mio. Euro. Das war nicht viel weniger, als in Großbritannien (1,95 Mio. Euro) und sogar mehr als in Deutschland (1,56 Mio. Euro). Durchschnittlich am besten bezahlt wurden die Banker in Zypern (2,2 Mio.), Spanien (2,16 Mio.), Großbritannien (1,95 Mio.) und Polen (1,93 Mio. Euro). Dagegen wirken die griechischen, finnischen und belgischen Spitzenbanker mit durchschnittlich 1,25 bis 1,29 Mio. Euro fast schon unterbezahlt.

In Deutschland, dem zweitplatzierten Land, waren es gerade einmal 212 Banker, die mehr als eine Million verdienten, das war aber immerhin ein Viertel mehr als 2011. Nicht nur viele große deutsche Häuser haben ihre Investmentbanker - traditionell die Top-Verdiener unter den Bankmitarbeitern - allerdings in London angestellt.

Zumindest an der Einkommensstruktur der Banker-Millionäre wird sich vom nächsten Jahr an einiges ändern, denn die EU hat die Boni für Banker auf das Doppelte des Fixgehaltes gedeckelt. Der Bonus darf im Normalfall nicht mehr höher sein als das Grundgehalt. In Ausnahmefällen können Geldhäuser ihren Topleuten eine Prämie in doppelter Höhe des Grundgehalts zahlen. Die EU will damit Exzesse bremsen und die Orientierung der Banker am kurzfristigen Erfolg durch eine langfristige Sicht ersetzen.

2012 waren die Boni nach der am Freitag veröffentlichten EBA-Statistik im Schnitt fast vier Mal so hoch wie das Fixgehalt. Für viele Investmentbanken bedeutet das: Sie müssen die erfolgsabhängigen Vergütungen kürzen und im Gegenzug die Fixgehälter erhöhen, um ihre Leistungsträger nicht zu verlieren. Das stößt in den Banken auf Kritik. Denn so könne man nicht mehr auf das Auf und Ab an den Märkten reagieren und sitze in einer Flaute auf hohen Lohnkosten. (APA, 29.11.2013)