München - Die Ex-Mutter der notverstaatlichten Hypo Alpe Adria, die BayernLB, wird künftig von Johannes-Jörg Riegler geführt. Der bisherige Vizechef der deutschen NordLB übernimmt am 1. April kommenden Jahres die Nachfolge Gerd Häuslers, wie Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am Montag in München sagte.

Der 62 Jahre alte Häusler, gegen den in Österreich nach Anzeigen von Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin wegen einer mutmaßlichen Falschaussage beim Zivilprozess zwischen der BayernLB und der Hypo Mitarbeiterprivatstiftung ermittelt wird, hatte vor einigen Wochen angekündigt, den Chefposten früher als geplant abzugeben. Häusler soll aber zum 1. Oktober den Vorsitz im Aufsichtsrat der BayernLB übernehmen.

"Ich bin völlig gelassen in der Angelegenheit, weil ich weiß, dass ich die Wahrheit gesagt habe", sagte Häusler zu den Ermittlungen.

Der 49-jährige Riegler ist in Hannover derzeit für das Risikomanagement verantwortlich und hatte vorher unter anderem bei der HVB und der Deutschen Bank gearbeitet. "Er hat langjährige Erfahrungen im Landesbankensektor und er hat bayerische Wurzeln - das empfiehlt ihn als idealen Nachfolger auf der Position des Vorstandsvorsitzenden", sagte Söder bei der Vorstellung Rieglers.

Sicher gesteuert

Zugleich dankte Söder Häusler für seine Arbeit in den vergangenen drei Jahren. Er habe die Bank in einer extrem schwierige Lage übernommen und sicher durch das EU-Beihilfeverfahren gesteuert und zugleich ein tragfähiges Geschäftsmodell für die einst gebeutelte Landesbank entwickelt. "Er hat es geschafft, die Bank auf solide Beine zu stellen", sagte Söder.

Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich zuletzt auch wegen der Deckelung des Jahresgehalts auf 500.000 Euro als schwierig erwiesen. Zumindest im Vergleich zu den Millionengehältern anderer Bankchefs ist es ein überschaubares Salär. Mehr darf die BayernLB als staatlich gerettete Bank aber nicht zahlen. Zudem warten auf den neuen Chef eine Reihe Baustellen.

Als Nachfolger kolportiert war auch Michael Mendel, der zurzeit Vorstand beim österreichischen Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG ist, gehandelt worden.

Nach wie vor beherrscht der an vielen Fronten ausgetragene Streit um den Milliardenfehlkauf der Hypo die Agenda der BayernLB. So weigert sich die Hypo etwa, Teile von Kreditlinien zurückzuzahlen - insgesamt geht es um rund 2,3 Milliarden Euro, die die BayernLB von der Bank fordert. Der Fall liegt derzeit beim Landgericht München und wird mutmaßlich noch Jahre bis zu einem verbindlichen Abschluss brauchen.

Auch für den scheidenden BayernLB-Finanzvorstand Stephan Winkelmeier ist ein Nachfolger gefunden. Dessen Posten übernimmt der BayernLB-Manager Markus Wiegelmann. Finanzchef Winkelmeier hatte Mitte November seinen Abschied angekündigt. Sein Nachfolger kennt die Bank und seine Aufgaben bereits: Als Chef des Controllings war er einer der wichtigsten Mitarbeiter Winkelmeiers.  (APA, 2.12.2013)