Ljubljana - In Vorfeld der Bekanntgabe der Stresstests-Ergebnisse für die slowenischen Banken hat die Laibacher Börse (LJSE) am Montag alle Aktien und nachrangigen Anleihen der Banken bis auf Weiteres vom Handel ausgesetzt, um die Investoren zu schützen. Die Resultate sollen nächste Woche die eigentliche Dimension des Bankenloches offenbaren.

Vom Handel ausgesetzt sind Aktien der NKBM (Nova Kreditna Banka Maribor), Abanka und Probanka. Betroffen sind auch nachrangige Anleihen von NLB (Nova Ljubljanska Banka), NKBM, Banka Celje, Probanka und Factor banka. Die Börse hatte den Handel ausgesetzt, "weil nicht alle Bedingungen für einen fairen, ordentlichen und wirksamen Handel gesichert sind", hieß es in einer Mitteilung. Nach Einschätzung der LJSE fehlen die wichtigsten Informationen, die Anleger für fundierte Anlageentscheidungen benötigen würden.

Notenbank nicht glücklich

Die Maßnahme scheint bei der slowenischen Notenbank allerdings nicht besonders gut anzukommen. Die Notenbank sehe keine Gründe für eine Sonderbehandlung dieser Banken, denn die Stresstests würden insgesamt zehn Banken betreffen, teilte die Notenbank am Montag mit.  In den vergangenen Tagen hätten die Notenbank und die Börse Gespräche über mögliche Auswirkungen der Stresstest-Resultate auf den Handel mit Bankenaktien geführt. "Die Notenbank hat dabei deutlich unterstrichen, dass die erwartete Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse kein Grund für die Aussetzung des Handels sein darf", hieß es. Dies kann laut der Notenbank auch keine Grundlage für Spekulationen über Maßnahmen bei den einzelnen Banken sein.

Bei der Handelsaussetzung handelt es sich laut der Notenbank um eine "präventive Maßnahme auf der Grundlage von Schlussfolgerungen aus den öffentlichen Diskussionen und Spekulationen über die Stresstests-Resultate". "Auf jeden Fall ist diese Entscheidung nicht mit Unternehmensdaten der betroffenen Banken im Kontext der Stresstests begründet", so die Notenbank. Die Notenbank hätte sich auch erwartet, dass sich die Börse vor einer so wichtigen Entscheidung mit allen Institutionen berät.

Hintergrund der Handelsaussetzung von Bankenaktien ist laut Medienberichten die Ungewissheit rund um die Stresstests und die Bankensanierung. Insbesondere sei es unklar, wie sich die Inhaber der Banken-Wertpapiere an der Sanierung der maroden Geldinstitute beteiligen werden. (APA, 3.12.2013)