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Die Gläubiger der Alpine wollen ihr Geld zurück.

Foto: reuters/bader

Wien/Wals - Die Milliardeninsolvenz des Bauriesen Alpine wird die Gerichte noch eine Zeitlang beschäftigen: "Sammelklagen - sowohl von der Arbeiterkammer als auch von Anwälten - sind in Vorbereitung", sagte der Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform, Gerhard Weinhofer, am Dienstag im Anschluss an die erste Prüfungstagsatzung der Alpine Holding am Wiener Handelsgericht.

Anleihegläubiger werden den Angaben zufolge gegen die Organe der Alpine, die spanische Konzernmutter FCC, die Alpine Holding und Banken klagen. "Da wird sicher etwas kommen", so der Kreditschützer. Die Alpine Holding hatte zwischen 2010 und 2013 drei Anleihen im Volumen von insgesamt 290 Mio. Euro ausgegeben - zu einer Zeit, als es finanziell schon kritisch um den einst zweitgrößten Baukonzern in Österreich bestellt war.

Gutachten in Auftrag

Der Masseverwalter hat ein Gutachten zur Bilanzprüfung in Auftrag gegeben. "Es wird bis 2009 zurück geprüft", berichtete Weinhofer. Das Ergebnis soll Anfang 2014 vorliegen. Die erste Anleihe-Emission im Jahr 2010 wurde auf Basis der Bilanz 2009 durchgezogen. Bei der heutigen Prüfungstagsatzung wurden mehr als 900 Mio. Euro an Forderungen gegenüber der Holding angemeldet - nur rund 200 Mio. Euro davon (jene der Bond-Zeichner) wurden anerkannt, der überwiegende Teil von 700 Mio. Euro bestritten. Das Anmeldungsverzeichnis füllt drei Aktenordner mit insgesamt 1.500 Seiten.

Die Anleihekäufer reichten bisher vor Gericht ein Fordervolumen von 219 Mio. Euro ein, die bereits fast zur Gänze anerkannt wurden - für rund 19 Mio. Euro davon fehlen noch Nachweise wie etwa Depotauszüge. Bei den bestrittenen Forderungen im Volumen von 700 Mio. Euro gegen die Alpine Holding versuche man derzeit, das meiste mit den Gläubigern außergerichtlich abzuklären. "Anfang März wird der Masseverwalter wieder berichten", kündigte der Creditreform-Chef an. (APA, 3.12.2013)