Screenshot: Youtube

Als Wildhüter im Westen Australiens im vergangenen Mai eine kleine Kamerafalle zur Krokodilbeobachtung vermissten, nahmen sie zunächst an, der Apparat sei in den nahen Fluss gefallen. Zu ihrer Überraschung tauchte die Kamera einige Wochen später über 100 Kilometer entfernt wieder auf. Ranger bargen das Aufnahmegerät und lösten schließlich mit Hilfe der darauf gespeicherten Bilder das Rätsel um das Schicksal der Kamera.

Ein 30 Sekunden langer Zusammenschnitt, der nun unter anderem im Blog "Wild Things" des Online-Magazins "Slate" veröffentlicht wurde, zeigt, wie sich ein Seeadler die kleine Kamera schnappt und damit auf und davon fliegt. Später lässt sich der gefiederte Dieb in felsigem Terrain nieder und beginnt, das Gerät mit dem Schnabel zu bearbeiten. Die ungewöhnlichen Bilder sorgten unter Wildtierforschern für Begeisterung. Zwar kommt es immer wieder vor, dass Tiere Kamerafallen verschleppen, ein ungeplanter Rundflug einer Kamerafalle dürfte dagegen bislang einmalig sein.

Biologen sind sich sicher, dass es sich bei dem Adler um ein Jungtier handelte. Erwachsene Vögel lassen üblicherweise ihre Beute aus großer Höhe zu Boden fallen, was in diesem Fall wohl das Ende der Kamera und der darauf gespeicherten Aufnahmen bedeutet hätte.

--> Slate: Watch an Eagle Steal a Tiny Camera and Take It for a Ride

(red, derStandard.at, 04.12.2013)