Berlin - Rückgabe eines Kunstschatzes mit vielfältiger Geschichte: Das Museum für Vorderasiatische Kunst in Berlin erhielt ein etwa 3.000 Jahre altes Goldplättchen mit assyrischer Keilschrift zurück, das nach dem Zweiten Weltkrieg aus dessen Sammlung verschwunden war. Bei dem etwa briefmarkengroßen Goldplättchen handelt es sich um ein Artefakt aus dem Ischtar-Tempel aus der Zeit des assyrischen Königs Tukulti-Ninurta I. Der Schätzwert liegt bei rund 7,4 Millionen Euro.

Vor einem Gericht in Nassau im Bundesstaat New York sei der Kunstschatz am Mittwoch einem Vertreter des Berliner Museums übergeben worden, hieß es in einer Aussendung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Rückgabe war ein längerer Eigentumsstreit vorausgegangen: Offenbar hatte ein Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz das Plättchen Ende des Krieges von einem russischen Soldaten im Tausch gegen Zigaretten erhalten. Der Mann wanderte später mit seiner Familie in die USA aus, erst nach seinem Tod entdeckten die Erben das Artefakt 2003 im Nachlass des Holocaust-Überlebenden. 

Berufungsgericht ordnete Rückgabe an

Als der Fund bekannt wurde, forderte das Berliner Museum die Rückgabe des Plättchens, dass deutsche Archäologen 1913 bei Ausgrabungen zum Ischtar-Tempel im heutigen Irak entdeckt hatten. Seit 1926 hatte es sich im Besitz des Museums befunden, nach dem Krieg wurde es als vermisst gemeldet.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, hatte Mitte November nach längeren gerichtlichen Auseinandersetzungen das Berufungsgericht des Bundesstaates New York festgestellt: "Wir verwahren uns gegen jede Doktrin, die Eigentum auf Plünderung und Entfernung von Kunstgütern durch Invasionstruppen während des Krieges gründet." Damit ist die lange Geschichte des assyrischen Goldplättchens wieder um ein Kapitel reicher . (red/APA, derStandard.at, 5.12.2013)